Wetterau

Die Wetterau ist die Kornkammer Hessens, eine große weite Senke, eingefasst vom Taunus im Westen und dem Vogelsberg im Osten, dem Spessart im Südosten und dem Gießener Becken im Norden. Bereits in der Jungsteinzeit – so um 5000 v.Chr. – war die Wetterau dicht besiedelt. Kelten, Römer und das Mittelalter haben viele Zeugnisse vergangener Zeiten hinterlassen.

Ihren Namen verdankt die Wetterau der Wetter, einem 69km langen Zufluss der Nidda. Die Wetter entspringt zwischen Laubach und Schotten, südlich des Seenbachtals. Von hier fließt die Wetter zunächst westlich nach Lich und knickt dann nach Süden ab, um an Bad Nauheim vorbei bei Friedberg die Usa aufzunehmen und bei Assenheim schließlich in die Nidda zu münden.

Grüne Wiesen, sonnengelbe Rapsfelder, blaue Flüsse und rote Erde prägen das Landschaftsbild der Wetterau, die sich zwischen Frankfurt am Main im Südwesten, Wächtersbach im Südosten, Nidda im Nordosten und Butzbach im Nordwesten erstreckt. Die Wetterau nimmt flächenmäßig den größten Teil des Wandergebiets Oberhessen ein und lässt sich in 13 Regionen unterscheiden.

Ganz im Nordwesten liegt das Butzbacher Becken, benannt nach der Stadt Butzbach, die nicht nur über einen der schönsten Marktplätze in Hessen und ein repräsentatives Schloss verfügt, sondern mit der gotischen Markuskirche und der Wendelinskapelle – Hessens älteste Fachwerkkirche – auch in sakralen Dingen tonabgebend ist. Das Butzbacher Becken ist Limes-Gebiet, davon zeugt der Römerturm am Schrenzerberg (385m). Weithin sichtbar ist Burg Münzenberg mit ihrer typischen Tintenfassform und dem angegliederten Geologischen Garten.

Unterhalb des Laubacher Hügellands setzt sich die Wetterauer Seenplatte fort. Hier liegen mit dem Wölfersheimer See und dem Bergwerksee zwei größere und viele weitere kleine Seen, die Relikte der Bergbauvergangenheit sind, über die das Energiemuseum ausführlich informiert. Sehenswert sind auch der Wasserturm in Berstadt mit Volkskundemuseum, der Weiße Turm in Wölfersheim, die evangelische Barockkirche in Wölfersheim und das Landgrafenschloss Bingenheim.

Südlich von Butzbach erstreckt sich das Usatal. Der Aussichtsturm auf dem Winterstein, das Rosendorf Steinfurth mit Rosenmuseum, der Johannisberg (268m) mit toller Sicht auf die Kurstadt Bad Nauheim, der Sprudelhof, eines der größten und schönsten Jugendsstil-Ensemble der Welt, und natürlich der Kurpark Bad Nauheim und die Gradierwerke entlang der Usa bieten sich für einen Tagesausflug an.

Die Mündung der Usa in die Wetter liegt bei Friedberg, dem Zentrum der Friedberger Wetterau. Friedberg ist Verwaltungssitz des Wetteraukreises und Standort für das Wetterau-Museum. Blickfang von Friedberg ist Burg Friedberg mit dem Adolfsturm, eine der größten Burganlagen Deutschlands, und die Stadtkirche Unserer lieben Frau. In Rosbach vor der Höhe lohnt ein Blick auf die Wasserburg, in Wöllstadt auf das historische Rathaus.

Weiter nach Süden schließt sich das Untere Niddatal von der Gemeinde Niddatal über Karben und Bad Vilbel bis nach Niederdorfelden an. Was gibt‘s zu sehen im Unteren Niddatal? Da wären z.B. die Domäne Wickstadt, Schloss Assenheim, der Dom der Wetterau, Schloss Petterweil, das Deutschordensschloss in Kloppenheim, der Rosenhang in Klein-Karben und natürlich der Kurpark Bad Vilbel.

Folgt man der Nidda flussaufwärts, kommt man nach Nidda, Ranstadt und Florstadt, in die Wanderregion Oberes Niddatal. Auch hier gibt es erstaunlich viel zu entdecken, z.B. den als Geotop umgestalteten Steinbruch Michelnau, den Kurpark in Bad Salzhausen, das Stolbergsche Hofgut, Schloss Nidda, das Heimatmuseum Nidda im ehemaligen Hotel zum Stern, das Löwsche Schloss und Schloss Stammheim.

Weg von der Nidda, hin zur Nidder, einem ihrer Nebenflüsse. Sie kommt vom Hohen Vogelsberg und fließt über Hirzenhain, Ortenberg, Glauburg, Altenstadt und Nidderau der Nidda zu. Im Niddertal ein Muss für Besucher: Die Keltenwelt am Glauberg. Ebenfalls schöne Ausflugsziele sind das ehemalige Kloster Konradsdorf, Burg Lißberg, die Ortenberger Marienkirche, das Hofgut Leustadt, Kloster Engelthal, Schloss Naumburg, die Klosterkirche der Augustiner in Hirzenhain oder das Lindheimer Schlösschen im Park.

Nach Osten schließt sich der Büdinger Wald an, der sich bis hinab an die Kinzig zieht. Schloss Wächtersbach, Schloss Büdingen und das Jerusalemtor der alten Stadtmauer von Büdingen, die Remigiuskirche, die Siedlung Herrnhaag, die Barbarossastadt Gelnhausen mit der Kaiserpfalz, der mittelalterlichen Altstadt und der Marienkirche lohnen immer einen Ausflug und auch eine längere Anreise.

Nach Westen zieht sich der Büdinger Wald weiter ins Ronneburger Hügelland. Das hat seinen Namen von der Burg Ronneburg, die erhaben auf einem Basaltkegel über dem Fallbachtal thront. Vom Bergfried aus hat man einen fantastischen Rundumblick vom Vogelsberger Oberwald in das Ronneburger Hügelland, bis über Büdingen und Erhebungen des Spessarts und bei gutem Sichtwetter bis nach Frankfurt. Ebenfalls sehenswert: Schloss Langenselbold.

Die südliche Wetterau zieht sich bis an die Kinzig und schließt dabei die oberen Teile der Brüder-Grimm Stadt Hanau mit ein, insbesondere die ehemalige Kuranlage Wilhelmsbad mit Burgruine und das Schloss Philippsruhe. Weitere Hingucker in der südlichen Wetterau sind altes und neues Schloss in Büdesheim, Bärensee und Erlensee, das alte Rathaus in Bruchköbel und die Hirzbacher Marienkapelle.

Weiter nach Westen setzt sich die Wetterau über den Berger Rücken ins Stadtgebiet von Frankfurt am Main fort. Die Berger Warte und der Lohrberg (185m) mit Weinhang und dem Main-Äppel-Haus, die historischen Rathäuser in Seckbach, Bergen-Enkheim und Wachenbuchen, das Seckbacher Ried und der Sausee, die Wehrkirche St. Kilian: Es gibt viel zu entdecken im wilden Osten von Frankfurt.

Der Berger Rücken senkt sich sanft ins Zentrum von Frankfurt am Main, das hier auch Hibbdebach geenannt wird als Bezeichnung für die Stadtteile, die rechts (nördlich) des Mains liegen. Zum Reisegebiet Hibbdebach zählt neben der Frankfurter Altstadt rund um Römer, Kaiserdom und Paulskirche auch die Alte Oper, das Goethe-Haus, der Niedwald, die Galluswarte, der Sommerhoffpark, das Nizza, Hauptwache und Zeil, der Saalhof mit dem Historischen Museum, der Frankfurter Zoo: und das sind nur Auszüge aus der langen Liste der Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele „hibb de bach“.

Oberhalb der Frankfurter Kernstadt-Bezirke schließt sich der Frankfurter Norden an. Auch hier gilt: Achtung, POI-Alarm. Bockenheimer Warte, Ginnheimer Spargel, Frankfurts größte Grünanlage, der Niddapark, Holzhausenpark, Hausener Mühle, Sinai-Park, der Livingstonsche Pferdestall, der Rothschildpark, Palmengarten und Grüneburgpark, das Senckenbergmuseum, der Messeturm, der Günthersburgpark und die Friedberger Warte sind sicherlich die bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Frankfurter Norden.

Die Wetterau ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Ihre Westflanke wird grob von der Autobahn A 5 zwischen Frankfurt am Main und Butzbach markiert. Im Süden verläuft die A 66 von Bergen-Enkheim über Hanau, Langenselbold und Gelnhausen nach Wächtersbach und weiter nach Fulda. Relativ zentral mitten durch die Wetterau führt die A 45 auf ihrem Weg von Aschaffenburg nach Dortmund. Lediglich nach Osten zum Vogelsberg hin wird es verkehrstechnisch etwas dünner, doch leistet hier die Bundesstraße B 457 gute Dienste, die von Gießen über Nidda und Büdingen bis nach Gründau führt.