Harz

Der Harz, das sind die Alpen Norddeutschlands. Steile Berge, tiefe Schluchten, Felsklippen, Moore und dunkle Wälder kennzeichnen das höchste Mittelgebirge des Nordens, das mit Goslar, dem Erzbergwerk Rammelsberg, dem Oberharzer Wasserregal und Quedlinburg gleich mehrfach auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes vertreten ist.

Bekannt ist der Harz als Hexenland. Der Brocken (1.141m), höchster Berg Norddeutschlands, wird synonym auch Blocksberg genannt und soll der Ort sein, wo die Hexen in der Walpurgisnacht (30. April) ihren Hexensabbat feiern. Goethe machte diesen Mythos im Faust populär, Otfried Preußlers Kleine Hexe tat ein Übriges.

Die Landschaft rund um den Brocken ist Kerngebiet des Nationalparks Harz, der 2006 neu zugeschnitten wurde. Die Nationalparkverwaltung unterhält fünf Nationalparkhäuser. Diese befinden sich in Altenau-Torfhaus, Drei Annen Hohne, Ilsenburg, Sankt Andreasberg und Schierke. Weitere Nationalparkeinrichtungen sind das Brockenhaus und das Haus der Natur in Bad Harzburg.

Wandern im Harz

Der Harz ist ein ausgewiesenes Wanderziel. Der Harzklub hat in seiner Obhut ein Wegenetz von rund 10.000km, an dem 50.000 Wanderschilder montiert und knapp 4.000 Ruhebänke installiert sind. Ein System von über 200 Stempelstellen ermöglicht das Führen eines Wanderpasses, der wiederum zum Erwerb der Harzer Wandernadel berechtigt.

Beliebte Rundwanderwege im Harz sind der Liebesbankweg, die Luchstour, die Rundwanderung durchs Ilsetal zur Plessenburg, der Oberharzer Klippenweg, die Runde um das Große Torfhausmoor, die Rundwanderung zu den Feuersteinklippen und natürlich auch ein Altstadtrundgang durch Goslar bzw. eine Runde zum Schloss Wernigerode.

Speziell hinauf auf den Brocken führen eine Reihe bekannter Touren. Der Heinrich-Heine-Weg nimmt den Anstieg von Ilsenburg aus, den Teufelsstieg kann man von Bad Harzburg oder Elend nehmen, der Goetheweg folgt der vom Dichterfürst genommenen Route ab Torfhaus oder man wählt den Brockenaufstieg von Schierke aus über das Eckerloch.

Auch an Fernwanderwegen ist der Harz reich. Das Aushängeschild ist sicherlich der Harzer Hexenstieg von Osterode nach Thale. Der Harzer Baudensteig verbindet Bad Grund mit dem Kloster Walkenried, der Karstwanderweg Südharz führt von Sangershausen nach Osterode, der Harzer Grenzweg entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und der Harzer Klosterwanderweg ermöglicht Entschleunigung auf der Tour von Goslar nach Thale.

Sehenswürdigkeiten im Harz

Das schönste im Harz ist die Natur. Und da gibt es viel von zu sehen. Z.B. die markanten Klippen wie die Teufelsmauer, die Schnarcherklippen, die Rabenklippen, die Roßtrappe, die Taubenklippe, der Ottofels, die Feuersteinklippe und der Ilsestein. Spannende Höhlen wie die Hermannshöhle, die Iberger Tropfsteinhöhle, die Baumannshöhle und die Einhornhöhle, das Teufelsmoor, Aussichtstürme wie den Carlshausturm, den Knollenturm und das Josephskreuz und die neu erbaute Titan RT, die längste Hängeseilbrücke der Welt, sind bekannte Ausflugsziele.

Der Harz ist seit Jahrtausenden Bergbauregion. Davon berichten heute noch viele Zeitzeugen, etwa das Besucherbergwerk Rammelsberg und die Grube Samson (beides UNESCO-Weltkulturerbe), das Schaubergwerk Büchenberg, der Röhrigschacht, der Rabensteiner Stollen und natürlich Oberharzer Bergwerksmuseum in der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld.

Wo der Bergbau brummte, war viel Geld. Wo viel Geld, da viel Adel. Das merkt man auch an der Zahl der Burgen und Schlösser, die es im Harz gibt. Von der Kaiserpfalz in Goslar, über Schloss Wernigerode, Burg Falkenstein, Schloss Herzberg, Burg Hohnstein, Schloss Blankenburg, die Ruine der Burg Anhalt bis zu Schloss Stolberg.

Und wenn wir schon bei Gebäuden sind, dürfen natürlich die beiden UNESCO-Weltkultur-Städte Goslar und Quedlingburg nicht fehlen: Gotisches Rathaus in Goslar, Zwinger, Marktkirche, Siemenshaus und Kloster Wöltingerode, Renaissance-Rathaus in Quedlinburg, Stadtschloss, Stiftskirche St. Servatii und die St. Wiperti Kirche sind Gründe, warum diese Städte einzigartig sind.

Auch das Thema Wasser ist im Harz relevant. Zunächst zur Energiegewinnung für die Bergwerke, später für den Schutz vor Hochwasser entstanden über hundert Talsperren. Eine Vielzahl davon gehören zum Oberharzer Wasserregal rund um Clausthal-Zellerfeld. Deutlich größer sind die modernen Talsperren wie die Okertalsperre, die Rappbodetalsperre, die Granetalsperre und die Innerstetalsperre.

Genießen im Harz

Ob Tagesausflug oder Urlaub: Im Harz kann man nicht nur wandern (und klettern), sondern auch genießen. Der Harz ist eine typische Biergegend. Überregional bekannt ist die Hasseröder Brauerei in Wernigerode. Dazu schmeckt ein typischer Likör wie der Schierker Feuerstein oder das Harzer Grubenlicht.

Wenn die Getränke geklärt sind, sollte es natürlich auch an passendem Essen nicht mangeln. Bekannt ist der Harzer Käse, ein herzhafter Sauermilchkäse, den man auf einem Schmalzbrot und mit Zwiebeln genießt. Typisch für den Harz sind auch Wildgerichte, Bachforellen, Heidelbeeren, Schlachtplatten, Braunkohl mit Brägenwurst und Klöße mit Birnen und Speck.

Anreise in den Harz

Verwaltungstechnisch gehören zum Harz die Landkreise Goslar und Harz sowie anteilig die Landkreise Göttingen, Mansfeld-Südharz und Nordhausen. Das Gebiet des Harzes erstreckt sich über Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen.

Die Anreise in den Harz erfolgt im Regelfall mit dem Auto über die A 7 (Kassel-Hamburg), die den Harz im Westen streift, die A 38 (Göttingen-Leipzig), die entlang des Südharzes führt, die A 14 (Magdeburg-Leipzig) oder die A 2 (Berlin-Dortmund). Die Anreise mit dem Zug ist über die Bahnhöfe in Goslar, Bad Harzburg, Bad Lauterberg, Barbis, Bad Sachsa und Nordhausen bequem möglich.

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