Oberhessen

Restaurant & Gästehaus „Am Kirchlein“
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Oberhessen schließt sich nordöstlich an das Stadtgebiet von Frankfurt am Main an und umfasst mit den Universitätsstädten Marburg und Gießen, den Naturparks Lahn-Dill-Bergland und Vogelsberg sowie der Kulturlandschaft Wetterau ein großes Spektrum an Zielen, die einen Ausflug in das Gebiet zwischen Kinzig, Lahn und Fulda vielversprechend machen.

Oberhessen erstreckt sich von der Kinzig im Südosten bis zur Lahn im Nordwesten bzw. vom Main im Südwesten bis hinauf zur Fulda im Nordosten. Die Westgrenze verläuft in etwa mit dem Verlauf der Autobahnen A 5 bis Butzbach und ab dem Gambacher Kreuz weiter entlang der A 45 bis Dillenburg. Ab hier verläuft der Westrand von Oberhessen auf der Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen. Im Osten dient als natürliche Grenze die Fulda ab der Mündung des Jossa hinab bis zum Einfluss der Fliede.

Oberhessen zeichnet sich durch ein Zusammenspiel sehr unterschiedlicher Landschaften aus. Im dünn besiedelten Vogelsberg erhebt sich der Taufstein (773m), in Marburg flutet die Lahn schon mal auf 170m ü. NN die Auen. Der Raum um Gießen ist städtisch geprägt, das Lahn-Dill-Bergland durch kleine Dörfer, die Wetterau durch weitläufige Felder. Aber überall gilt: Die Natur hat diesen Landstrich sehr abwechslungsreich ausgestattet und vielerorts konnte sich diese bevorzugte Behandlung bis heute bewahren.

Deshalb ist Oberhessen ein wirklich spannendes Ziel für Wanderer. Ob man auf dem neuen Lahn-Dill-Bergland Pfad unterwegs ist, dem Lahnwanderweg von Biedenkopf bis Wetzlar folgt oder auf dem Vogelsberger Vulkanring, dem Frankfurter Elisabethpfad oder dem Taunus-Rhön-Weg wandert: Es gibt vieles zu entdecken. Neben die verschiedenen Premiumwanderwege treten noch die Hauptwanderwege des Vogelsberger Höhen-Clubs und des Oberhessisschen Gebirgsvereins sowie zahlreiche örtliche Rundwanderungen.

Der Begriff Oberhessen hat viele Wurzeln, politisch und landschaftlich wurde er aber erst ab 1815 einheitlich verwendet. Damals ordneten die Siegermächte gegen Napoleon auf dem Wiener Kongress die Verhältnisse in Europa neu und teilten das Großherzogtum Hessen in drei Provinzen. Oberhessen bildete den nördlichen Teil des Großherzogtums und grenzte direkt an das um Kassel liegende Kurfürstentum Hessen (Kurhessen) an. Hauptstadt der Provinz Oberhessen war seinerzeit Gießen. Heute wird der Begriff Oberhessen häufig nur für die Gebiete gebraucht, die nördlich von Gießen liegen und zum Landkreis Marburg-Biedenkopf gehören.

Touristisch gliedert sich Oberhessen in fünf Urlaubsregionen. Direkt an das Stadtgebiet von Frankfurt schließt sich oberhalb des Mains bis hinauf zur Lahn die Wetterau an, eine fruchtbare Landschaft, die zu den ertragreichsten bewohnten Landwirtschaftsflächen Deutschlands zählt – und das seit mehreren tausend Jahren! Viele sehenswerte Städte finden sich in der Wetterau z.B. die Kurstadt Bad Nauheim, Friedberg mit einer der größten Burgen Deutschlands, die Barbarossastadt Gelnhausen und das mittelalterliche Büdingen. Die Keltenwelt am Glauberg, das Rosendorf Steinfurth und natürlich auch die nördlichen Stadtteile Frankfurts mit Römer, Paulskirche und Kaiserdom sind beliebte Ausflugsziele.

Die Wetterau geht in das Gießener Becken über, der Senke rund um die frühere Provinzhauptstadt von Oberhessen, die Universitätsstadt Gießen. Heute residiert hier das Regierungspräsidium, das für die Region Mittelhessen zuständig ist. Der älteste noch ursprünglich erhaltene Botanische Garten in Deutschland, das ehemalige Kloster Schiffenberg, die Badenburg – hier verfasste Georg Büchner den revolutionären Hessischen Landboten – das Gleiberger Land rund um den Dünsberg (498m) und das Laubacher Hügelland mit dem Residenzschloss in Laubach gehören zu den beliebten Ausflugszielen im Gießener Becken.

Nordwestlich von Gießen erhebt sich das Lahn-Dill-Bergland, das seit 2007 als Naturpark geschützt ist. Im Osten der Oranienstädte Dillenburg und Herborn breitet sich rund um Gladenbach ein hervorragendes Wandergebiet aus, das mit Schelder Wald, Bottenhorner Hochfläche, der Hörre und dem Breidenbacher Grund abwechslungsreiche Landschaften bietet. Im Norden stößt das Lahn-Dill-Bergland an die Ausläufer des sauerländischen Rothaargebirges und erreicht auf der Sackpfeife 674m ü. NN.

Östlich schließt sich das Marburger Bergland an, das im Norden an den Burgwald und im Süden an die Ausläufer des Vogelsberg reicht. Zentrum dieses Lahnabschnitts ist Marburg mit der bekannten Elisabethkirche, der ältesten protestantischen Universität Deutschlands, dem hoch über der Lahn wachenden Landgrafenschloss und zahlreichen Museen und historischen Bauwerken. Landschaftlich bilden das Tal der Wetschaft im Norden, die Lahnaue bei Fronhausen im Süden, das Amöneburger Becken im Osten und der Marburger Rücken im Westen ein abwechslungsreiches Gesamtbild.

Im Osten von Oberhessen liegt schließlich der Vogelsberg, das größte zusammenhhänge Vulkangebiet in Mitteleuropa, das am Taufstein (773m) seinen höchsten und am Hoherodskopf (764m) seinen bekanntesten Punkt erreicht. Das Basaltmassiv des Vogelsberg bildet die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser. Zahlreiche Flüsse – Nidda, Wetter, Ohm, Schwalm und Lauter – entspringen am Vogelsberg, dessen Kernbereich als Naturpark geschützt ist. Der Vogelsberg ist dünn besiedelt, die wenigen größeren Orte warten dafür wie Alsfeld, Lauterbach, Schlitz, Homberg an der Ohm oder Schlüchtern mit malerischen und gut erhaltenen Zentren auf.

Verwaltungstechnisch gehören der Vogelsbergkreis (VB), der Landkreis Marburg-Biedenkopf (MR), der Landkreis Gießen (GI) und der Wetteraukreis (FB) zu Oberhessen. Dazu kommen Teile von Lahn-Dill-Kreis (LDK), dem Landkreis Fulda (FD), dem Main-Kinzig-Kreis (MKK) und den Stadtgebieten von Frankfurt am Main (F) Hanau (HU).

Wichtige Städte in Oberhessen sind Marburg, Gießen, Bad Nauheim, Bad Vilbel, Friedberg, Butzbach, Büdingen, Maintal, Alsfeld, Homberg (Ohm), Lauterbach, Schlüchtern, Nidderau, Bruchköbel, Stadtallendorf, Kirchhain und Pohlheim.

Verkehrstechnisch ist Oberhessen durch die Autobahnen A 5 (zwischen Rosbach vor der Höhe und Alsfeld), A 45 (zwischen Langenselbold und Dillenburg) und A 66 (zwischen Maintal und Schlüchtern) erschlossen. Wichtige Bundesstraßen in Oberhessen sind die B 3 (Bad VilbelMarburg), B 49 (Gießen – Alsfeld), B 62 (Biedenkopf – Alsfeld), B 255 (Herborn – Marburg), B 275 (FriedbergLauterbach), B 276 (GedernWächtersbach) und B 457 (Gießen – Gründau).

IVW