Marburger Bergland

Durch Marburg fließt die Lahn und rund um Marburg erhebt sich zu beiden Seiten vom Lahntal aus eine klassische Mittelgebirgslandschaft mit Höhenlagen um die 300m ü. NN. Naturräumlich spricht man auch vom Marburger Rücken – westlich der Lahn – und den Lahnbergen, die sich nach Osten erstrecken. Zusammen ergeben sie das Marburger Bergland, das den nordöstlichen Teil von Oberhessen markiert. Das Marburger Bergland wird eingerahmt vom Lahn-Dill-Bergland im Westen, dem Ederbergland im Norden, dem Knüllgebirge im Osten und dem Vogelsberg im Süden.

Das Marburger Bergland setzt sich aus sechs Wandergebieten zusammen. Ganz im Nordwesten liegt die Wetschaft-Senke im direkten Schnittpunkt zum nordhessischen Burgwald. Die Wetschaft-Senke vereint schöne Auenlandschaften mit bewaldeten Bergzügen wie am bekannten Christenberg (387m), am Wollenberg (474m) und am Hollerberg (510m) bei der Burgruine Hollende. Zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten in der Wetschaft-Senke zählen der Rapunzelturm, das Otto-Ubbelohde-Museum, die romanische Dorfkirche Caldern, die frühere Stiftskirche Wetter und Burg Mellnau.

Östlich schließt sich das Wohratal an, das sich vom Austritt der Wohra aus dem Kellerwald bei Kloster Haina bis zur Mündung in die Ohm bei Kirchhain erstreckt. Neben dem Naturschutzgebiet Wacholderweide Langendorf und vielen schönen Landstrichen, die man hervorragend vom Hunburgturm auf dem Burgholz (380m) ins Auge fassen kann, beeindrucken den Besucher im Wohratal insbesondere die Schlossruine Rauschenberg, das um 1280 errichtete Jagdschloss Burg in Bracht und das historische Fachwerkrathaus in Kirchhain.

Den größten Fachwerkrundbau der Welt – den Junker-Hansen-Turm – findet man in der Tourismusregion Herrenwald, die sich an das Wohratal nach Osten anschließt. Der Turm steht in Neustadt und ist angegliedert an das später entstandene Schloss Dörnberg. Ein weiterer sehenswerter Turm ist der querrechteckige fensterlose Chorturm der evangelischen Kirche in Speckswinkel. Ebenfalls im Herrenwald liegt Stadtallendorf, die junge Stadt im Grünen. Neben viel Grün gibt’s aber auch Kultur zu sehen wie z.B. Burg Schweinsberg.

Den südlichen Rand des Marburger Berglands bildet das Amöneburger Becken, eine landwirtschaftlich genutzte Senke, die sich in den Ebsdorfer Grund fortsetzt. Die Brücker Mühle über die Ohm, Schloss Amöneburg, Burgruine Frauenberg, die Wittelsberger Warte, Schloss Rauischholzhausen und die Fachwerkhäuser um die Wehrkirche in Ebsdorf sind einige der interessanten Punkte, die man sich im Amöneburger Becken anschauen kann.

Knapp ein Drittel aller Bewohner des Landkreises Marburg-Biedenkopf wohnen in Marburg, der siebtgrößten Stadt in Hessen. Die historische Oberstadt mit dem Landgrafenschloss, dem historischen Rathaus am Marktplatz, der Kugelkirche, der alten Universität und der Elisabethkirche liegen westlich der Lahn auf dem so genannten Marburger Rücken.

Dieser setzt sich südwärts entlang der Lahn durch das Marburger Lahntal nach Weimar und Fronhausen fort. Hier liegen u.a. der Weimarer See, die Wehrkirche in Wenkbach und die Martinskirche in Oberweimar, die Landsynagoge in Roth und - noch im Aufbau - das Archäologische Freilichtmuseum Zeiteninsel.

Jenseits der Lahn geht ostwärts der Marburger Rücken in die Marburger Lahnberge über. Vom Spiegelslustturm genießt man einen guten Ausblick auf die Altstadt von Marburg und das Lahntal. Nördlich liegt Cölbe an der Mündung der Ohm in die Lahn. Sehenswert sind die kleine Fachwerkkirche im Ortsteil Bürgeln und der historische Ortskern von Schönstadt.

Das Marburger Bergland ist als Schnittstelle zwischen Lahn-Dill-Bergland, Vogelsberg und Kellerwald als Wandergebiet überaus interessant. Der Burgwald, der das Marburger Bergland mit dem Ederbergland verbindet, ist Thema des 2008 eröffneten Burgwaldpfads, der als Hessen-Extratour zertifziert ist. Weitere ausgezeichnete Wanderwege wie die Extratour Christenberg und zahlreiche örtliche Rundwege wie der Panoramaweg Rauschenberg ergänzen das Angebot, zu dem auch die drei Elisabethpfade nach Frankfurt, Köln und Eisenach gehören.

Verkehrstechnisch ist der Marburger Bergland vor allem von Süden über die gut ausgebaute Bundesstraße B 3 angebunden. Der nächste Autobahnanschluss liegt am Gießener Nordkreuz, wo sich die Autobahn A 480 (von der A 5 am Reiskirchener Dreieck abgehend) und die A 485 (von der Sauerlandlinie A 45 am Gießener Südkreuz abgehend) treffen und in die B 3 übergehen. In Cölbe besteht Anschluss von der B 3 auf die B 62, die das Marburger Bergland in west-östlicher Richtung quert.

IVW