Burgruine Hollende

Südwestlich vom Schüßler (313m) liegt das Dorf Treisbach am Laufe des gleichnamigen Flusses, der von der Sackpfeife (674m) kommend wenig später oberhalb von Wetter in die Wetschaft einmündet. In Treisbach lohnt ein kurzer Blick in die reich verzierte, ehemals der Heiligen Barbara geweihten evangelischen Kirche, ein einschiffiger gotischer Bau mit Kreuzgewölben.

Wendet man sich von Treisbach südlich an den Übergang zum Lahn-Dill-Bergland, erreicht man zwischen dem Leiseberg (466m) und dem Hollerberg (510m) die Ruine der Burg Hollende. Sie war die Stammburg der Gisonen, die als Vögte für das Kanonissenstift Wetter fungierten. Burg Hollende bestand aus einem Wohnturm, der von einer Ringmauer umgeben war. Graben und Wälle waren der Burg vorgelagert. Die Burg gab es wahrscheinlich schon im 10. Jahrhundert. Sie wurde vermutlich in der Mitte des 13. Jahrhunderts bei Auseinandersetzungen zwischen dem Mainzer Erzbischof Siegfried III. von Eppstein und Sophie von Brabant zerstört.

Heute ist nicht mehr allzuviel zu sehen von der früheren Burg Hollende. Man mag sich kaum vorstellen, dass das hier residierende Geschlecht der Gisonen im 11. und 12. Jahrhundert sehr einflussreich war. Die Besitzungen der Gisonen reichten vom Kernland bei Wetter bis hinab nach Herborn. Sie waren bis zum Aussterben der männlichen Linie das mächtigste Herrscherhaus in Oberhessen. Ihr Besitz fiel 1137 an die Landgrafen von Thüringen und führte dann zum thüringisch-hessische Erbfolgekrieg (1247 bis 1264), der mit der Gründung der Landgrafschaft Hessen endete.

Zu einer kleinen Wanderung zur Burg Hollende kann man von Treisbach über einen markierten Wanderweg starten. Der 12km lange Hollende-Rundweg beginnt am Gebäude des Dorfgemeinschaftshaus in Treisbach und führt vorbei an der Burgruine und über die August-Weide-Hütte, einer kleinen offenen Wanderhütte, wieder zurück nach Treisbach.

Geht man von Burg Hollende allerdings weiter südlich, erreicht man schon bald das Dorf Warzenbach. Angekommen in Warzenbach fällt dem interessierten Besucher die evangelische Martin-Luther-Kirche ins Auge. Ihr Westturm mit tonnengewölbten Erdgeschoss stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert durch einen Spitzhelm gekrönt. Das Kirchenschiff ist ein gotischer Bau mit dreiseitigem Chor. In der Kirche findet man eine Sakramentsnische im Frankenberg-Marburger Typ.