Gisonenpfad (Wandermärchen Burgwald-Ederbergland)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 14 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 18 Min.
Höhenmeter ca. ↑291m  ↓291m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Gisonen waren im Mittelalter ein einflussreiches Gaugrafengeschlecht im Gebiet des heutigen Oberhessens. Stammsitz der Gisonen war Burg Hollende bei Wetter. Von der sind nur noch wenige Ruinen erhalten, denn Burg Hollende wurde schon um 1250 zerstört.

Die Besitzungen der Gisonen reichten vom Kernland bei Wetter bis hinab nach Herborn. Sie waren bis zum Aussterben der männlichen Linie das mächtigste Herrscherhaus in Oberhessen. Ihr Besitz fiel 1137 an die Landgrafen von Thüringen und führte dann zum thüringisch-hessische Erbfolgekrieg (1247 bis 1264), der mit der Gründung der Landgrafschaft Hessen endete.

Ein Rundwanderweg in der oberhessischen Wetschaft-Senke ist den Gisonen gewidmet. Der Gisonenpfad führt von Treisbach aus über den Schüßler (307m) nach Oberndorf und weiter zum Standort der Burgruine Hollende.

Treisbach ist ein Stadtteil von Wetter und liegt im Treisbachtal (der Treisbach ist ein 17km langer Zufluss der Wetschaft). Treisbach wurde erstmals in der Mitte des 13. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Das älteste erhaltene Gebäude aus dieser Zeit ist die evangelische Kirche, ein markanter einschiffiger gotischer Bau mit Kreuzgewölben und reicher Innenausstattung.

Vom Bürgerhaus Treisbach aus gehen wir durch den Hofackerweg südwärts und halten uns dann ins Aubachtal, das wir an der Gisonenhütte erreichen. Der Aubach ist ein Zufluss des Treisbachs. Wir kommen weiter zur Wüstung des Dorfs Hollende und dann zur Burgruine Hollende.

Die Burg Hollende wurde schon vor der ersten Nennung der Gaugrafen Giso erbaut und stand auf Reichsgut. Die Gisonen hatten ihren Stammsitz auf Burg Hollende, die ihnen als Reichslehen übertragen war. Die Burg Hollende hatte eine abgerundete, rechteckig verlaufende Mauer auf einer Fläche von 28 Metern × 22 Metern. Im Inneren war ein Turm mit zweieinhalb Metern Mauerstärke.

Wir wandern weiter auf dem Gisonenpfad und passieren nun einige Aussichtspunkte mit schönen Fernsichten in den Burgwald und zur Sackpfeife (674m), dem höchsten Berg im Lahn-Dill-Bergland. Bei Oberndorf kommen wir wieder ins Treisbachtal. Oberndorf ist der kleinste Stadtteil von Wetter. Hier leben nur 130 Menschen.

Es geht weiter bis an den Rand von Amönau. Dann halten wir uns nördwärts und wandern hinauf auf den Schüßler, bevor es wieder zurück nach Treisbach geht. 

Bildnachweis: Von Hydro [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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