Oberweimar (Hessen)

Oberweimar liegt im kleinen Tal des Wenkbachs, eines 7km langen Flüsschens, das zwischen Allna und Oberweimar entspringt und bei Roth in die Lahn einmündet. Bevor der Wenkbach Oberweimar erreicht, fließt er an der Siedlung Germershausen vorbei, die auf ein altes Rittergut zurückgeht. Das Rittergut Germershausen wird 1389 erstmals erwähnt und befindet sich seit 1511 bis heute im Privatbesitz der Familie von Heydwolff.

Im Zentrum von Oberweimar steht die Martinskirche, deren barocker Bau aus dem Jahr 1733 stammt. Aber schon lange zuvor gab es eine Martinskirche in Oberweimar. Die Gründung der Martinskirche wird in vorbonifazianischer Zeit, also im 7. Jahrhundert, angenommen. Bis Anfang des 13. Jahrhunderts war die Martinskirche in Oberweimar damit auch die Mutterkirche für das damals noch kleine Dörfchen Marburg, das bis 1227 kirchenrechtlich zu Oberweimar gehörte.

Nicht nur kirchlich war Oberweimar ganz vorne dabei. Auch in juristischen Dingen hatte das Dorf eine Vorreiterrolle. Auf dem Köppchen tagte hier – 1227 erstmals bezeugt – das Gericht Reizberg, das auch die umliegenden Ortschaften mit betreute und bis zum Ende des 15. Jahrhunderts bestand.