Roth (Lahn)

Roth liegt oberhalb der Einmündung des kleinen Wenkbachs in die Lahn in einer markanten Flussschleife und ist der drittgrößte Ort der Gemeinde Weimar an der Lahn. Direkt am Fluss verrichtet die Lahnmühle ihren Dienst, eine der letzten aktiven Mühlen im Landkreis Marburg-Biedenkopf, die freilich heute nicht mehr von Wasserkraft betrieben wird.

Überregional bekannt ist Roth durch die Landsynagoge, die von einem Arbeitskreis getragen wird, der dafür 2005 den Hessischen Denkmalschutzpreis und 2006 den erstmals vergebenen Hessischen Förderpreis Heimatgeschichte erhielt.

Gut 15% der Bewohner von Roth waren jüdischen Glaubens. Sie unterhielten seit dem 17. Jahrhundert eine Synagoge in Roth, die allerdings abbrannte und 1833-38 durch einen quadratischen Bau ersetzt wurde. Wie überall in Deutschland wurde auch in Roth die Synagoge in der Kristallnacht geschändet und zerstört, aus Angst vor einem übergreifenden Brand aber nicht angezündet.

Die Landsynagoge in Roth wurde 1993-95 behutsam restauriert, wobei der Zustand nach der Reichsprogromnacht eingefroren werden sollte als eindrückliches Mahnmal an den Holocaust. Ein rotbrauner Farbton bestimmt den Raum, zwei hebräische Inschriften zieren die Wände und an der Decke sind Reste eines gemalten Sternenhimmels zu sehen. Die Silhouette des Toraschreins zeichnen sich noch deutlich an der Wand ab.

Auch die evangelische Wehrkirche in Roth ist sehenswert. Der barocke Saalbau wurde 1716 aus Sandstein errichtet und ist hell verputzt. Überragt wird das Schiff von dem 25m hohen, schiefergedeckten Wehrturm, der wohl gut hundert Jahre vorher entstanden ist.