Bracht (Rauschenberg)

Der Rauschenberger Stadtteil Bracht liegt am Roten Wasser, einem 19km langen Flüsschen, das an der Franzosenwiese entspringt und bei Bürgeln in die Ohm mündet. Im Norden von Bracht erhebt sich die Brachter Höhe (329m), im Westen der Tauschenberg (407m) und im Süden der Große Hirschberg (361m), der den Übergang in den zu Schönstadt gehörenden Junkernwald markiert. Im Ortskern von Bracht steht die malerische Dorfkirche, die 1728 fertiggestellt wurde.

Die Landschaft rund um Bracht erkundet man idealerweise auf der Hessen-Extratour Rotes Wasser, die entlang des Roten Wassers hinein in den Burgwald führt. Durch die Naturschutzgebiete Langer Grund und Franzosenwiesen hindurch mit ihren Hochmooren, Auenwäldern, Bächen und Heiden führt diese Route durch die unterschiedlichsten faszinierenden Landschaften. Mit etwas Glück können auch seltene Tiere beobachtet werden.

Die Extratour führt außerdem über einen Teil des Herrenweges, der die Jagdschlösser Bracht und Wolkersdorf einst als Express-Kutschenweg verband. Heute ist das Jagdschloss Bracht, das vor Ort auch die Burg genannt wird, eine lokale Sehenswürdigkeit. Das mächtige Fachwerkhaus wurde 1721 auf den Grundmauern eines weitaus älteren Hauses errichtet, das ursprünglich im 13. Jahrhundert gebaut wurde. Schon damals war die Gegend ein beliebtes Jagdrevier.

Nördlich von Bracht erstreckt sich rund um die Brachter Höhe der Mönchwald, der östlichste Ausläufer des Burgwalds. Hier hatte der Deutsche Orden im 13. Jahrhundert den Hof Merzhausen zur Bewirtschaftung erhalten und über Jahrhunderte auch Zugriff auf das Waldgebiet, das wenig touristisch erschlossen ein naturnahes Wandergebiet ist, das u.a. durch den Mönchwaldpfad erschlossen wird.

Zu dem Gutshof Merzhausen gehörten auch zwei Fischteiche, die westlich der Brachter Höhe am kleinen Krimmelbach liegen und heute – zusammen mit einem dritten Teich – als Naturschutzgebiet Merzhäuser Teiche ausgewiesen sind. Die Merzhäuser Teiche sind regelmäßiges Brutgebiet des Zwergtauchers. Regelmäßige Durchzügler an den Merzhäuser Teichen sind Reiher-, Pfeif-, Krick-, Knäk- und Löffelente sowie Fischadler, Bekassine, Flussuferläufer und Waldwasserläufer. Gelegentlich werden Eisvogel und Schwarzstorch beobachtet.