Ebsdorf

Im Tal der Zwester Ohm am Südwestrand des Amöneburger Beckens liegt Ebsdorf. Ebsdorf ist, wie viele andere Dörfer in der Umgebung, schon sehr alt. Es wurde bereits im Jahr 750 als Ebilizdorf erstmalig urkundlich erwähnt, und war einst Sitz eines salischen Königshofes. Heute ist es Teil der Gemeinde Ebsdorfergrund im Marburger Bergland.

Der spätmittelalterliche, gut erhaltene Ebsdorfer Dorfkern liegt rund die Ebsdorfer Wehrkirche. In Ebsdorf findet man noch Vierseitenhöfe im fränkischen Stil, eine weitere Besonderheit sind die Fachwerkscheunen mit Verzierungen aus figürlichem Kratzputz oder auch schlichtem Stipp-Putz.

Im Zentrum von Ebsdorf findet man die Dorflinde neben dem Dorfbrunnen, von hier hat man einen guten Blick auf die historische Wehrkirche von Ebsdorf. Teile der Kirche stammen noch aus romanischer Zeit. In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Kirche zur Wehranlage ausgebaut. Viele Jahrhunderte später, 1743-45, wurde das Kirchenschiff in einen barocken Saalbau umgewandelt. Heute weist im Inneren des Schiffes eine alte romanische Kreuzplatte auf den ursprünglichen Kirchenbau hin, von außen hat die Kirche jedoch, besonders durch ihren wuchtigen Turm, nach wie vor ihr wehrhaftes Aussehen behalten.

Ein weiteres erwähnenswertes historisches Gebäude ist ein imposantes dreistöckiges Fachwerkhaus, das nahe der Bachbrücke über die Zwester Ohm steht. Das Gebäude ist ein alter Gasthof, der an einer ehemaligen Furt über die Zwester Ohm an der Kreuzung zweier wichtiger alter Handelswege lag, nämlich der Straße von Marburg nach Grünberg und der Straße von Frankfurt in Richtung Norden.