Schloss Rauischholzhausen


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Ortschaften mit dem Namen Holzhausen gibt es viele in Deutschland. Deshalb fiel 1934 die Entscheidung, das Holzhausen im Ebsdorfergrund in Rauischholzhausen umzubenennen – nach der Familie Rau, die über Jahrhundert die Grundherrschaft ausübte. Mit diesem einzigartigen Ortsnamen verbunden ist heute auch ein einzigartiges Stück Kultur: der Schlosspark Rauischholzhausen, der zu den bedeutendsten historischen Gartenanlagen Hessens zählt und der 2009 in das European Garden Heritage Network aufgenommen worden ist.

Der früher einmal 100ha große Landschaftspark wurde ab 1873 zusammen mit dem Schloss, das damals auf den Namen Neu-Potsdam hörte, angelegt. Kein Geringerer als der Frankfurter Gartenarchitekt Franz Heinrich Siesmayer erhielt den Auftrag zur Gestaltung. Er hatte zuvor schon erfolgreich den Frankfurter Palmengarten und den Kurpark in Bad Nauheim angelegt.

In der vier Jahre dauernden Bauzeit, wurden über 28.000 Bäume gepflanzt. Prägende Elemente des Englischen Gartens sind architektonischer und ornamentaler Art: Terrassen, Fontänen, Alleen, Blumenbeete – es wurde an nichts gespart.

Oberhalb der Schlossteichs entstand dann im prächtigen Landschaftsgarten das neue Schloss, dessen Errichtung 1908 abgeschlossen war. Das Zusammenspiel von massiver Bauweise und Fachwerk und die Einbettung in die Parkanlage machen Schloss und Park Rauischholzhausen zu einem bedeutenden Gesamtkunstwerk des Historismus.

Im Winter 1939-40 wurden viele der Bäume durch mächtige Stürme umgerissen, so dass sich im Folgejahr die Industriellenfamilie Stumm von dem Besitz trennte. Schloss und der heute noch 30ha große Park Rauischholzhausen kam 1945 in den Besitz des Landes Hessen und wurde später der Justus-Liebig-Universität in Gießen zur Nutzung überlassen.

Ältere Zeugen der Geschichte findet man am Rauischholzhausener Ortsrand. Hier erkennt man noch Reste der mittelalterlichen Siedlung Breydenborn. Erwähnenswert ist in Rauischholzhausen auch der alte jüdische Friedhof, der etwas außerhalb des Dorfes liegt. Auf dem Friedhof wurden im 19. und 20. Jahrhundert Angehörige der umliegenden jüdischen Gemeinden beigesetzt.


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