Frankfurt am Main

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Frankfurt am Main ist Hessens größte Stadt, zugleich Zentrum der Metropolregion Rhein-Main, in der immerhin gut 5 Mio. Menschen leben und arbeiten. Frankfurt kann sich mit vielen Beinamen schmücken: Die Bankenstadt, Mainhattan (wegen der vielen Hochhäuser), Goethestadt (weil hier der Dichterfürst 1749 geboren wurde und lange Jahre lebte), Messestadt, Stadt der Märzrevolution und nicht zuletzt auch Kaiserstadt. Im Frankfurter Kaiserdom wurden ab dem 14. Jahrhundert die deutschen Könige gewählt, die zugleich Kaiser des Römischen Reichs waren und hier ab 1562 offiziell gekrönt wurden.

Wie bei vielen deutschen Städten ist von der historischen Bausubstanz viel im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Dennoch kann man in der Frankfurter Altstadt auf einer Fläche von etwa einem halben Quadratkilometer zwischen Kaiserdom, Paulskirche und Römer lange herumstreifen.

Im Nordosten der Altstadt liegt das Dominikanerkloster. Es wurde 1233 gegründet, erlitt auch schwere Kriegsschäden und konnte 1955-57 auf altem Grundriss neu gebaut werden. Erhalten blieb der 1470 im spätgotischen Stil errichtete Chor der evangelischen Heiliggeistkirche. Das Dominikanerkloster Frankfurt ist heute Sitz des Evangelischen Regionalverbands, einem Zusammenschluss der evangelischen Frankfurter Gemeinden.

Läuft man vom Dominikanerkloster die Kurt-Schumacher-Straße südwärts, erreicht man den Mainkai die Alte Brücke. Die Alte Brücke war über Jahrhunderte die einzige Verbindung zwischen den beiden Main-Ufern hinüber von Frankfurt nach Sachsenhausen. Auf der Alten Brücke steht der Brickegickel, eines der Wahrzeichen Frankfurts.

Folgt man dem Main flussabwärts, erreicht man den Eisernen Steg, ein häufig fotografiertes Wahrzeichen von Frankfurt. Der Eiserne Steg war 1868 nach der Alten Brücke die zweite Verbindung zwischen den Mainufern. Rund 10.000 Menschen überqueren täglich die eiserne Brücke und weitaus mehr Leute treffen sich hier jährlich zum Silvesterfeuerwerk.

Auf Höhe des Eisernen Stegs steht der Rententurm, eine spätgotischer Torturm der früheren Stadtbefestigung, der zur Anlage des Saalhofs gehört. Mainabwärts steht die katholische Leonhardskirche aus dem 13. Jahrhundert. Sie gehört zu den Dotationskirchen – den acht Innenstadtkirchen, die die Stadt für die Kirche unterhalten muss – und wurde als einziger dieser Innenstadtkirchen im Zweiten Weltkrieg kaum beschädigt.

Geht man auf Höhe der Leonhardskirche in Richtung Altstadt, passiert man das ehemalige Karmeliterkloster, das 1246 eingerichtet wurde. Heute befindet sich hier das Frankfurter Institut für Stadtgeschichte und das Archäologische Museum Frankfurt. Besonders interessant ist das berühmte Wandgemälde von Jörg Ratgeb aus dem 16. Jahrhundert im Kreuzgang. Es zeigt Motive aus der Heilsgeschichte und der Historie des Karmeliterordens.

Durch Münzgasse und Limpurgergasse kommt man zum Römerberg, der historischen Mitte von Frankfurt. Die Südseite des Römerbergs nimmt die evangelische Alte Nikolaikirche ein. Die Nikolaikirche entstand Mitte des 12. Jahrhunderts. Der 48m hohe Kirchturm steht auf einem annähernd quadratischen Erdgeschoss und ist ein Werk der Frühgotik um 1250. Von der Dachgalerie aus dem 15. Jahrhundert schauten sich die Stadtoberen das Treiben auf dem Römer an.

Der Frankfurter Kunstverein hat sich ein besonderes Gebäude ausgesucht, um Ausstellungen zu präsentieren. Das Steinerne Haus am Römerberg fällt durch seine mittelalterliche Bauart gleich ins Auge. Es wurde leider auch durch Bomben zerstört und 1960 relativ nah am Original wieder aufgebaut.

Noch mehr Kunst gibt’s direkt hinter dem Römerberg in der Schirn. Die Schirn Kunsthalle wurde 1986 eröffnet und zählt heute zu den bekanntesten Ausstellungshäusern in Europa. Werke von Kandinsky, Munch, Klimt, Kokoschka, Koons und Matisse wurden in der Schirn gezeigt.

Die Schirn verbindet Römerberg und Kaiserdom. Die Arkaden der Schirn Kunsthalle bilden heute die südliche Einfassung des Archäologischen Gartens. Der Archäologische Garten zeigt Fundamente der frühmittelalterlichen Königspfalz Frankfurt. Um die offene Anlage während des Dom-Römer-Projektes zu schützen, wurde sie abgedeckt und soll später mit einem Gebäude überdacht werden.

Wieder am Kaiserdom angekommen, trifft man auf das Leinwandhaus, welches als eines der wenigen gotischen Steinhäuser Frankfurts 1980 rekonstruiert aufgebaut werden konnte. Im Leinwandhaus ist seit 2008 das Caricatura Museum für Komische Kunst beheimatet. Es zeigt vor allem Werke der Neuen Frankfurter Schule, z.B. Arbeiten von F. W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F. K. Waechter.