Frankfurter Paulskirche

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Die Wiege der deutschen Demokratie steht prächtig in Frankfurts nordwestlicher Altstadt am Paulsplatz 1. Anstelle der älteren und baufälligen Barfüßerkirche wurde die Paulskirche 1789-1833 in mehreren Phasen errichtet. Einem Entwurf im barocken Stil von Andreas Liebhardt folgte nach dessen Tod eine klassizistische Anpassung durch Johann Georg Christian Hess.

Der aus rotem Sandstein errichtete elliptische Zentralbau erhielt einen 30m hohen gewölbten Saal mit Kuppel. 2.000 Personen hatten in der Kirche Platz. Zwei Treppentürme und ein dreigeschossiger Turm an der Südseite umgeben den Saal. 1833 wurde die Paulskirche als evangelisch-lutherische Hauptkirche Frankfurts geweiht.

Aufgrund der Größe bot sich die Kirche als Versammlungsort nach der Märzrevolution 1848 an. In der Paulskirche tagte vom 31. März bis zum 3. April 1848 das Vorparlament. Am 18. Mai 1848 traten die rund 800 Vertreter der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche zusammen.

Bekannte Männer der Nationalversammlung waren beispielsweise die Gebrüder Grimm und Heinrich von Gagern. In der 99. Sitzung konnten sich die Vertreter Ende Dezember 1848 auf die 59 Artikel der Grundrechte des deutschen Volkes verständigen. Obwohl sich einige Länder wie Österreich, Bayern, Preußen und Hannover sperrten, blieben die Grundrechte Bestandteil der Reichsverfassung vom 28. März 1849. Ein Bundesbeschluss hob diese 1851 aber wieder auf. Dennoch wurden die Grundrechte zum Vorbild für die Weimarer Verfassung von 1919 und für das Bonner Grundgesetz von 1949.

Ein Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zerstörte die Paulskirche 1944. Nach Kriegsende war sie das erste historische Gebäude, das wieder in seiner Form aufgebaut wurde. Zur Hundertjahrfeier der Deutschen Nationalversammlung wurde sie am 18. Mai 1948 eingeweiht. Seit dieser Zeit ist die Paulskirche Haus aller Deutschen und ein Ort der Erinnerung an den Beginn der Deutschen Demokratie. Die Paulskirche dient Ausstellungen und wird für staatliche wie städtische Zwecke genutzt. 1949 und 1950 fand hier die Buchmesse statt. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird in der Paulskirche verliehen, wie auch der Goethepreis.

Im Obergeschoss der Paulskirche befindet sich der im Halbrund bestuhlte Plenarsaal unter dem Licht der Kuppel, rundherum mit Länderflaggen geschmückt. Die Wandelhalle unten dient Ausstellungen. Die Dauerausstellung „Die Paulskirche. Symbol demokratischer Freiheit und nationaler Einheit“ widmet sich der Entwicklung der deutschen Einheit und Demokratie.

Im Rund der Wandelhalle, von Säulen umgeben, befindet sich das große Wandgemälde von Johannes Grützke, das nach einer Renovierungsphase dort angebracht wurde (1991). Es zeigt den Zug der Volksvertreter zur Paulskirche. Die Figuren der schwarz gekleideten Herren werden immer wieder aufgemischt durch in den Proportionen und Farben andersartig gemalten Menschen.