Fronhausen (Lahn)

Kurz vor der Einmündung der Salzböde in die Lahn liegt am südlichen Ende des Marburger Lahntals das Dorf Fronhausen, zugleich Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Die beiden Universitätsstädte Marburg im Norden und Gießen im Süden sind jeweils rund 15km entfernt, was den Charakter von Fronhausen als Wohngemeinde erklärt.

Aber Fronhausen hat auch selbst einiges Sehenswertes zu bieten. Die evangelische Wehrkirche stand schon, als der Ort 1159 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der romanische Bau war Teil einer früheren Befestigung, die den gesamten Ortskern umschloss. Zwischen zwei Triumphbögen befindet sich der große Turmraum mit der spätbarocken Kanzel und einem Altar, den Experten auf das Jahr 1382 datieren.

Am auffälligsten an der Fronhäuser Kirche ist der 24m hohe Wehrturm. Aufgrund seiner Dachform wird er landläufig auch Kegelspiel genannt. Vier Zwerchgiebel und vier Wichhäuschen gruppieren sich um den zentralen Dachreiter mit Spitzkuppel. Die neun Spitzen erinnern dabei an die Aufstellung, die man vom Kegeln kennt.

Fronhausen entstand aus einem Fronhof des früheren Reichsstifts Essen, der so genannten Oberburg. Ab Mitte des 13. Jahrhundert war die Oberburg dann Sitz der Vögte, die zur Verwaltung der Ländereien einberufen wurden. Ab 1585 waren das die Schencken aus Schweinsberg. Das zur Oberburg gehörende Herrenhaus wurde 1751 errichtet. Ein angrenzender Stall wurde 1908 zum Kavaliershaus umgestaltet. Das Fachwerk wurde mit dem für das Marburger Umland typischen Kratzputz mit floralen Ornamenten verziert. Die heutigen Eigentümer der Oberburg restaurierten das Ensemble 2002-06 liebevoll.

Wie die Oberburg war auch die etwas jüngere Unterburg ursprünglich als Wasserburg angelegt. Erstmals erwähnt wurde die Unterburg 1387. Im 17. Jahrhundert wurde die Unterburg Wohnsitz der landgräflichen Schultheißen. Seit 1917 ist die Unterburg im Privatbesitz der Familie Schenk zu Schweinsberg.