Niederweimar

Niederweimar ist Verwaltungssitz der 1971 gebildeten Großgemeinde Weimar an der Lahn und liegt am südlichen Stadtrand von Marburg. Der kreisrunde Dorfkern von Niederweimar liegt an einer früheren Furt durch die Allna, die hier von einer Handelsstraße passiert wurde, die über den Marburger Rücken weiter nach Goßfelden in die Wetschaft-Senke führte.

Im Zentrum von Niederweimar steht die Alte Kirche, deren Fundamente wohl im 13. Jahrhundert errichtet wurden und deren heutiger Baukörper 1769-82 entstand. Der rechteckige Saalbau aus massivem Sandsteinmauerwerk hat einen quadratischen Chorturm mit einer laternenförmigen Haube. Ein schlichtes spätgotisches Portal aus Sandstein führt in das mit einer einfachen Holzdecke versehene Kirchenschiff. Schiff und Chorquadrat sind durch einen schönen Rundbogen miteinander verbunden.

Seit 1974 wird der evangelische Gottesdienst jedoch nicht mehr in der Dorfkirche, sondern im neuen Gemeindezentrum gehalten. Daher gründete sich 1988 ein Förderverein, der auf Initiative des Pfarrers aus der Alten Kirche Niederweimar ein Kulturzentrum machte. 1995 wurde dieser neue Zweck mit dem Kauf der Kirche für den symbolischen Preis von einer Mark besiegelt. Ganzjährig werden Veranstaltungen in der Alten Kirche organisiert und auch private Feiern sind möglich.

Ein kleines Schmuckstück der Alten Kirche ist der kleine Kirchgarten, der als Kräuter- und Blumengarten angelegt ist. Die Kombination von Blumen und Kräutern steht ganz in der Tradition der mittelalterlichen Gärten: Hier wachsen ungewöhnlich Kräuter wie Angelika, deren Körner im Brot Anisgeschmack hervorrufen, Alant, dessen Samenkapseln man für Räucherstäbchen verwenden kann, Lavendel, Baldrian und verschiedene Minzesorten. Und auch ein Goethebeet – angelegt mit Pflanzen, die der Dichterfürst besonders schätzte – ist ein besonderer Blickfang.

Nicht ganz so ruhig geht es bei gutem Wetter am Weimarer See zu. Die frühere Kiesgrube war zunächst ein ganz normaler Baggersee mit der stolzen Seefläche von 16ha. Ab 1982 entwickelten dann clevere Geschäftsleute Infrastruktur um den See herum. Ein Badestrand, Rutschen, Spielplatz und eine Wasserskianlage machten aus dem Weimarer See nach und nach das Freizeitgebiet Seepark Niederweimar.

Heute glänzt der Seepark Niederweimar mit einem vielfältigen Freizeitangebot, das z.B. auch eine Trampolininsel, Tauchmöglichkeiten, einen abgetrennten FKK-Bereich, Gastronomie und gleich mehrere Schanzen für Wasserski, Monoski, Kneeboard und Wakeboard umfasst. Für die letztgenannte Trendsportart war der Weimarer See 2006 auch Ausrichter des Europacup-Finales und ist bis heute Veranstaltungsort der Hessenmeisterschaften.

Regionaler Bezug:

Hessen Marburger Bergland Oberhessen Landkreis Marburg-Biedenkopf Weimar (Lahn) Marburger Lahntal