Argenstein

An der Mündung der Allna in die Lahn liegt zwischen Roth und Niederweimar das kleine Dörfchen Argenstein. Etwas südlich der Einmündung verrichtet bereits seit 1332 die Argensteiner Wassermühle ihren Dienst. Sie gehört zu den beliebtesten Fotomotiven im Marburger Lahntal, wobei man ein schönes Foto eigentlich nur dann bekommt, wenn die Bäume am Lahnufer keine Blätter tragen.

Noch im Aufbau befindet sich die Zeiteninsel, das Archäologische Freilichtmuseum im Marburger Land. Es entsteht auf einem etwa 3,5ha großen Gelände das Teil der Ausgleichsfläche ist, die durch den Ausbau der Bundesstraße B 3 notwendig wurde.

Der Standort ist gut gewählt, wurden doch schon seit Jahren im Marburger Lahntal bei Argenstein wichtige archäologische Funde gemacht. Die frühesten Funde werden dem Mesolithikum (9.000 v.Chr.) zugerechnet. In mehreren Gruben wurden auch Reste handwerklicher Arbeiten aus der Kultur der Schnurkeramik entdeckt, die bis etwa 2.500 v.Chr. bestand.

Das Gestaltungskonzept für das Archäologische Freilichtmuseum sieht die Einrichtung von fünf Zeitinseln vor. Am Beginn des Rundwegs befindet sich ein Lagerplatz, wie ihn Jäger und Sammler vor fast 11.000 Jahren angelegt haben könnten. Eine weitere Station zeigt ein für die Jungsteinzeit charakteristisches Langhaus, unter dessen Dach die ganze Sippe lebte. Der Nachbau einer bronzezeitlichen Hofsiedlung zeigt, wie die Menschen vor etwa 3.000 Jahren wirtschafteten. Die Eisenzeit wird mit einem Weiler dokumentiert, der zeigt, wie die Bewohner des Lahntals ihren Lebensunterhalt organisierten. Ein germanisches Gehöft aus der Zeit um Christi Geburt will schließlich den Einfluss der Römer auf die Siedler im Lahntal verdeutlichen.

Um Authentizität geht es aber nicht nur bei der Rekonstruktion von Gebäuden, Höfen und Plätzen. Das Museum soll auch durch Gewächse ergänzt, die für die Vegetation der jeweiligen Epochen typisch waren. Entsprechende Pflanzpläne für diesen archäologischen Garten hat man auf der Grundlage archäobotanischer Forschungen entwickelt.