Hessen-Extratour Christenberg


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 16 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 55 Min.
Höhenmeter ca. ↑380m  ↓380m
Die Hessen-Exteratour Christenberg führt von Münchhausen über den Christenberg nach Mellnau

Im Schnittpunkt von Burgwald und Wetschaft-Senke führt der als Hessen-Extratour zertifizierte Rundwanderweg von Münchhausen zum Christenberg (387m) mit den Resten einer keltischen Ringwallanlage und der aus dem 11. Jahrhundert stammenden Martinskirche und von da südwärts zur Burgruine Mellnau.

Startpunkt der Rundwanderung ist Münchhausen an der Einmündung der Wollmar in die Wetschaft. Vom Sportplatz – Parkplätze stehen hier ausreichend zur Verfügung – geht es zunächst ostwärts in Richtung Christenberg. Auf dem Weg vorhin passiert man den Spiegelteich, einen kleinen Waldsee, in dem man den Christenberg mit der hoch aufragenden Martinskirche als Spiegelbild bewundern kann. In direkter Nähe zum Spiegelteich findet man Reste mittelalterlicher Wüstungen, von denen eine Thalhausen hieß.

Dann geht es hinauf auf den Christenberg, einer Kuppe aus Buntsandstein, die seit etwa 500 v.Chr. besiedelt ist. Diese erste keltische Siedlung wurde um 420 v.Chr. befestigt und diente während der Zeit der Karolinger als wichtiger Posten bei den Kriegen, die Karl der Große gegen die Sachsen führte. In dieser Zeit erhielt der Christenberg auch seinen ersten nachweisbaren Namen: Kesterburg.

Erst später – nachweislich ab 1625 – taucht die Bezeichnung Christenberg auf, was wahrscheinlich etwas mit der im 11. Jahrhundert auf dem Berg errichteten Martinskirche zu tun hat. Das Chorgebäude, das das Langhaus an der Ostseite abschließt, wurde erst 1520 hinzugefügt. Eine Besonderheit ist die Außenkanzel an der Südseite des Sandsteinbaus, die mit 1618 datiert ist. Die Kirche wird noch heute von der Kirchengemeinde Münchhausen für Trauergottesdienste und eine Lichtmess am Heiligabend genutzt.

Nahe der Kirche befindet sich das historische Küsterhaus in Fachwerkbauweise, für das ebenfalls Vorgängerbauten belegt sind. Heute beherbergt es eine Dauerausstellung über den Christenberg und seine Geschichte. Das Küsterhaus diente Otto Ubbelohde, dem Illustrator der Grimm-Märchen, als Vorlage für das Hexenhaus bei Hänsel und Gretel, daher macht es auf viele Besucher einen bekannten Eindruck. Auch die Martinskirche taucht in den Märchen der Brüder Grimm auf und zwar in der Geschichte vom Aschenputtel.

Dann geht es hinab in das Naturschutzgebiet Christenberger Talgrund, wo man unter anderem Bestände von Sonnentau, Wollgras und dem äußerst seltenen Moorbärlapp (Lycopodiella inundata) sehen kann. Auch verschiedene Libellenarten sind in dem vermoorten Bachtal zu beobachten.

Weiter geht es durch den Burgwald südwärts in das Fachwerkdorf Mellnau, das von der Ruine der Burg Mellnau überragt wird. Burg Mellnau wurde als Ersatz der zerstörten Burg Hollende in der Mitte des 13. Jahrhunderts zum Schutz des Stifts Wetter errichtet. Als die Burg ab dem 16. Jahrhundert nicht mehr besetzt wurde, nutzen die Mellnauer die Anlage als günstigen Steinbruch, weshalb heute bis auf die Ringmauer, den knapp 10m hohen Bergfried und Reste des Palas nicht viel erhalten ist.

Am Rastplatz Riebe Eck vorbei geht es am Westhang des Lüneburg (334m) vorbei zurück nach Münchhausen. Vom Waldrand unterhalb des Dorfs genießt man einen schönen Blick in die oberhessische Wetschaft-Senke und auf das nordhessische Ederbergland.

Die Hessen-Extratour Christenberg kann per GPS erwandert werden, ist aber auch durchgängig beschildert. Das Wegzeichen ist ein rotes C auf weißem Grund.

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