Friedberg (Hessen)

Restaurant-Gästehaus WilhelmshöheRestaurant-Gästehaus Wilhelmshöhe

Friedberg, einst schon Standort eines Kastells am römischen Limes, wurde als Stadt planmäßig von den Staufern – wahrscheinlich durch König Barbarossa – im 12. Jahrhundert gegründet. Blickfang der Kreisstadt der Wetterau ist Burg Friedberg mit dem 58m hohen Adolfsturm. Aber viele Gäste von weit her besuchen Friedberg auch wegen der mittelalterlichen Mikwe und der gotischen Stadtkirche und für die echten Wetterau-Fans ist natürlich das Wetterau-Museum ein Pflichtbesuch.

Neben diesen Highlights gibt es aber noch eine ganze Menge anderer Details in Friedberg zu entdecken. In der Nähe des Wetterau-Museums steht beispielsweise ein schmuckes Jugendstilgebäude, das Alte Hallenbad von Friedberg, das 1909 von den Bürgern für die Bürger entstand. Es hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die das Alte Hallenbad zum Kulturhaus umbauen will.

Einige Häuser weiter ist der Rote Turm zu bestaunen und wieder einige Häuser weiter die katholische Pfarrkirche aus den Jahren 1881-82 aus Ziegelmauerwerk. Auf Schritt und Tritt begegnet einem in Friedberg die Geschichte.

Blickt man von oben stadteinwärts in die Richtung der Seewiese, wo zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, streift das Auge den Dicken Turm. Weiter geschaut entgegen des Uhrzeigersinns, fällt der breite Boulevard auf. Die Kaiserstraße misst stellenweise bis zu 40m in der Breite und bietet viel Platz vor alle Verkehrsteilnehmer und Einkaufsbummler. Die Kaiserstraße ersetzt den Marktplatz, wo jeden Mittwoch und Samstag Wochenmarkt stattfindet.

Weiter geschaut, vom Seebach über die Kaiserstraße in Richtung Usaufer, sieht man das Rosentalviadukt. Die im Volksmund 24 Hallen genannte Eisenbahnbrücke liegt auf der Main-Weser-Strecke und wurde 1847-1850 gebaut. Die Züge fahren seit 1982 auf einer Betonbrücke, die parallel verläuft.

Aber Stopp – noch sollte man nicht aus dem Städtele hinaus – denn Elvis Presley ist natürlich auch allgegenwärtig in Friedberg, im Wetterau-Museum, auf dem gleichnamigen Platz in der Stadt, etwas außerhalb, beim Kreisel vor den Ray Barracks. Bleiben wir im Städtele und erkunden weiter die Kaiserstraße! Der King war von 1958-60 in Friedberg stationiert und wohnte im benachbarten Bad Nauheim.

Im Mittelalter hieß sie Breite Straße und die Messestadt Friedberg blühte im 13. Jahrhundert richtig auf. Vom Grundriss her folgt die Straße süddeutschen Vorbildern. Entlang der Kaiserstraße sind allerhand bauliche Entwicklungen abzulesen. Von modern bis uralt. Das älteste Haus in Friedberg (Kaiserstraße 118) zeigt mit dem Rundbogenportal romanische Bauformen aus dem 12. Jahrhundert. Gotisch zeigt sich das Haus Roseneck (Kaiserstraße 59-61), ein typisches Kaufmannshaus.

Die Fachwerkhäuser der Kaiserstraße stammen aus der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts. Gründerzeitarchitektur findet sich dazwischen. Im barocken Gewand ist das Alte Rathaus (Kaiserstraße 21), welches in den Jahren 1737-1740 gebaut wurde.

Die Straße Mainzer-Tor-Anlage schließt das Zentrum nach Süden hin ab. In dieser Straße lassen sich zahlreiche denkmalgeschützte Häuser aus der Zeit um 1900 finden. Allein für die Burg im Norden, einer Art Stadt in der Stadt, braucht es Zeit und Muße, um alle Informationen zu den Gebäuden aufzunehmen.

Der Rest der Kreisstadt Friedberg in der Wetterau ist sicher ebenso spannend zu erkunden. Und bei Regen, oder wenn die Füße nicht mehr wandern wollen, lädt das Bibliothekszentrum Klosterbau im Zentrum mit Stadtarchiv zum weiteren Forschen ein – lässt man eben die Augen über Bilder und Zeilen wandern!