Adolfsturm (Friedberg)

Überragend und weithin sichtbar ist der Adolfsturm in Friedberg in der Wetterau. Der Adolfsturm ist der erhaltene Bergfried der Burg Friedberg, die eine der größten Burganlagen Deutschlands ist. Ursprünglich besaß die Burg zwei Bergfriede. Der aus staufischer Zeit stammende Turm am Südtor stürzte 1684 ein. Der Adolfsturm nahe des Nordtores stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Wer Friedberg besucht, sollte hier beginnen, die Stufen nicht scheuen und sich einen Überblick über die Stadt verschaffen – Fernsicht weit hinein in Wetterau und Taunus inklusive.

Mit der Selbstverständlichkeit einer Giraffe in der Savanne erhebt sich der Adolfsturm über die historische Stadt Friedberg. Man kann nicht umhin aufzuschauen und hinaufzusteigen. Der Adolfsturm, nach 1347 errichtet, ist Wahrzeichen Friedbergs und das älteste erhaltene Bauwerk der mittelalterlichen Burg. Mit einer Höhe von 54,42m (plus weitere rund 4m mit der Wetterfahne) ist er auch einer der größten Bergfriede in Deutschland. Das Festigkeit und Kühnheit vermittelnde Bauwerk wurde aus Taunus-Quarzit und Basalt aus Fauerbach zusammengemörtelt.

Den Namen verdankt der Turm dem Grafen Adolf von Nassau und dessen Schicksal. In einer Fehde gegen die Burg Friedberg wurde Graf Adolf gefangen genommen. Durch Zahlung eines saftigen Lösegelds kam er wieder frei. Das Lösegeld, so die Geschichte, wurde für den Bau des Butterfassturmes eingesetzt. Butterfass deswegen, weil der Turm so ausschaut, mit dem aufgesetzten schmaleren Abschluss unter dem Spitzhelm.

Von Vorteil war diese Bauweise mit dem im Durchmesser kleineren Aufsatz daher, weil drumherum ein Wehrgang Platz hatte und der Ausguck einige Meter höher war – das machte auch überdies mehr her. Während das Südtor mit dem nicht mehr erhaltenen Bergfried den Ein- und Ausgang zur Stadt ermöglichte, diente das nördliche Burgtor mit dem Adolfsturm den Burgmannen als ungehinderter Zugang.

Sein heutiges charakteristisches Aussehen mit dem spitzen Helm und den vier Wichhäuschen erhielt der Adolfsturm bei Umbaumaßnahmen in den Jahren 1893-96. Ergänzend kamen die Aufstiegsstege hinzu. Ohne sie müssten die Besucher über eine Leiter zum Eingang in 13m Höhe klettern.

Wer die rund 200 Stufen geschafft hat, befindet sich bei 42,5m Himmelssturm auf einer Aussichtsplattform, die gut ausgeschildert ist, so dass man weiß, was man da sieht. Nach Nordosten den Vogelsberg mit dem Hoherodskopf (764m) und dem Taufstein (773m), nach Westen den Taunus mit dem Großen Feldberg (881m), dem höchsten Gipfel des Rheinischen Schiefergebirges und nach Süden hin erstreckt sich die Wetterau bis nach Frankfurt am Main.