Langenselbold

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Langenselbold liegt an der Einmündung der Gründau in die Kinzig und markiert den südwestlichen Rand des Wandergebiets Ronneburger Hügelland. Langenselbold ist eine noch recht junge Stadt, die die entsprechenden Rechte erst im Jahre 1983 erhielt.

Junge Stadt, neue Sehenswürdigkeit: Das Hügelgrab auf dem Rödelberg, nordwestlich des Stadtzentrums in Richtung Hüttengesäß und nördlich des inoffiziellen Stadtteils Hinserdorf. Seit September 2012 hat das Heimatmuseum Langenselbold hier eine Dependance. Das überdachte und geöffnete Hügelgrab stammt aus der frühen Eisenzeit, circa 800-750 v Chr. In dieser Präsentationsform ist das Hügelgrab ziemlich einmalig.

Die Hauptstelle des Heimatmuseums Langenselbold befindet sich in einem Nebengebäude auf Schloss Langenselbold. Im Museum werden Gerätschaften aus der Landwirtschaft,archäologische Vor- und Frühzeit-Fundstücke aus dem Raum Langenselbold und Exponate aus dem ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert ausgestellt.

Die erste urkundliche Erwähnung von Langenselbold datiert auf 1108. Graf Dietmar von Selbold-Gelnhausen gründete seinerzeit ein Prämonstratenser-Kloster. Die Grafen von Isenburg erhielten Langenselbold 1462 und die Familie behielt die Länderei bis 1816. Das Kloster Selbold kam ebenfalls in die Hände der Isenburger. 1727 erbauten die Isenburger an der Stelle des Kloster Schloss Langenselbold, welches heute der Stadt Langenselbold gehört und von wo aus die Verwaltung regiert und wo das Heimatmuseum im ehemaligen Pferdestall beheimatet ist.

Südlich in der Stadt auf dem Klosterberg, gegenüber des Schlosses Langenselbold, und aus der Hand des gleichen Baumeisters, Christian Ludwig Hermann aus Hanau, stammt die wunderschöne evangelische Kirche, die von 1727-35 als Zentralbau auf einer elliptischen Grundfläche entstand.

Die Form der evangelischen Kirche wird durch ein Kreuz überlagert. Über der Ellipse erhebt sich der Hauptbau und über den vier Kreuzarmen jeweils viereckige Vorbauten. Hohe mehrseitige Schieferwalmdächer beschützen die Gläubigen im Innern. Jedes an seinen Platz – im Inneren gab es Plätze für Frauen, Mädchen, den Herrenstuhl und Sonderplätze. Über den Frauen und Mädchen liegen Emporen für die Männer und Jungs – klare Ordnung seinerzeit! Insgesamt, alle in Reih und Glied geordnet, finden 1.200 Menschen Platz.

Die Ordnung unterbrochen hatten im 15. Jahrhundert die Bauern, die sich keine höheren Steuern aufdrücken lassen wollten. Es heißt, dass Mainzer Soldaten entsendet wurden, um die Selbolder zu zwingen. Als diese vor der Stadt lagen, bekam ein Landstreicher davon Wind und warnte die Selbolder Bauern, die sich für den geplanten Angriff rüsteten. Überrascht von der Gegenwehr aus dem Hinterhalt, flüchteten die Angreifer und die Selbolder Frauen und Kinder hüpften durch den Bach vor Freude. Der Bachtanz von Selbold ging in die Annalen ein, weil man die Selbolder damit strafte, dass sie jetzt immer einmal im Jahr durch den Bach tanzen mussten.