Gleiberger Land

Das Gleiberger Land ist ein Landstrich, der zwischen Marburger Lahntal im Norden, dem Gießener Lahntal im Süden, dem Gladenbacher Bergland im Westen und dem Lumdatal im Osten liegt. Das Gleiberger Land verdankt seinen Namen dem Gleiberg (308m), einem erloschenen Vulkan, dessen Spitze von der Ruine der Burg Gleiberg mit ihrem 31m hohen Bergfried gekrönt wird, der heute als Aussichtsturm dient. Im Gleiberger Land liegen vier Kommunen: Lahnau, Wettenberg, Biebertal und Heuchelheim.

Das Gleiberger Land bietet viel Wald, viel Wasser und viel Geschichte. Fangen wir mit dem Wald an: Der Krofdorfer Forst ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Oberhessen. Nur eine Straße führt hindurch und die leitet zu einem beliebten Ausflugsziel – der Schmelzmühle. Ansonsten: Bäume, Wandern und die Hoffnung, auf eine der Wildkatzen zu stoßen, die im Krofdorfer Forst heimisch sein sollen.

Zum Thema Wasser ist natürlich zuerst die Lahn zu erwähnen, die das Gleiberger Land südlich abschließt. Hier erstreckt sich der Lahnpark – ein Grüngürtel zwischen Wetzlar und Gießen. Wassersport ist an einem der Heuchelheimer Seen möglich, Schwimmen geht auch im Wißmarer See und im Launsbacher See.

Hinsichtlich Geschichte fangen wir mal mit dem ganz alten Kram an: Schon 800 Jahre vor unserer Zeitrechnung sollen Menschen oben auf dem Dünsberg (498m) gelebt haben. Später bauten sie eine Befestigung und der Dünsberg wurde zum Berg der Kelten. Heute sieht man noch einiges Überbleibsel aus der Zeitenwende und kann von einem Aussichtsturm weit über das Gießener Becken und in die benachbarten Wandergebiete Vogelsberg, Westerwald, Taunus und Gladenbacher Bergland schauen.

Etwas jünger ist die Siedlung, die die Römer in der Gemarkung des heutigen Waldgirmes aufbauten. Die Römerstadt an der Lahn gilt als ältestes Zeugnis von Steinbauten in Germanien. Viel zu sehen gibt es nicht mehr, aber man kann sich in den örtlichen Museen informieren über die Zeit, als die Römer Herren im Gleiberger Land waren.

Als die Römer weg waren, kam irgendwann das Mittelalter und damit auch die Burgen. Zwei davon sind heute noch markante Landmarken im Gleiberger Land: Burg Gleiberg – zugleich auch Namensgeber für das Gebiet. Und die benachbarte Burg Vetzberg. Beide Ruinen bieten Aussichtsmöglichkeiten mit schönem Blick hinein in den Krofdorfer Forst und hinab zur Universitätsstadt Gießen, dem Zentrum des Gießener Beckens.

Ebenfalls aus dem Mittelalter – genauer dem 13. Jahrhundert – stammt die evangelische Kirche in Dorlar, die einst Klosterkirche war. Vom Kloster ist nichts mehr zu sehen, die Kirche aber zeugt noch von dieser Zeit. Ebenfalls sehenswert und ein klarer Tipp für einen Ausflug ins Gleiberger Land ist der Gail’sche Park, ein englischer Landschaftsgarten, der rund um eine Unternehmervilla angelegt wurde.

Deutliche moderner wird’s schließlich in Sachen Museen. Von denen gibt’s eine ganze Reihe im Gleiberger Land. Besonders zu empfehlen ist das Heimatmuseum Heuchelheim mit angeschlossenem Kameramuseum. Und in Wißmar freut sich das Holz- und Technikmuseum auf einen Besuch.