Lauterbach (Hessen)

Lauterbach liegt in idyllischer Mittelgebirgslandschaft des Vogelsberges, ist Kreisstadt der Region und staatlich anerkannter Luftkurort. Durch Lauterbach fließt die Lauter, ein 28km langer Fluss, der im Hohen Vogelsberg am Taufstein (773m) entspringt und sich in Bad Salzschlirf mit der Altefeld zum Fulda-Zufluss Schlitz vereinigt.

Mittelpunkt von Lauterbach ist der Marktplatz mit der dominierenden evangelischen Kirche. Rund um den Platz schmiegen sich hübsche Fachwerkhäuser aneinander, wie das Haus Tigges. Das Alte Brauhaus, 1667 erbaut, ist ebenfalls ein Schmuckstück für Fachwerkfans.

Die Tourist-Information liegt malerisch hinter dem Strumpfbrunnen und befindet sich in der ehemaligen Stadtmühle, ein an ein Knusperhäuschen erinnerndes Gebäude aus Mauer- und Fachwerk aus dem Jahre 1398. Aus Basaltbruchstein ist die zweigeschossige Mühle gemauert. Das steile Satteldach verleiht ihr etwas herrschaftliches, obwohl das Gebäude an sich eher klein und schmuck in seinem Umfeld wirkt. Von der Stadtmühle aus lässt sich die Altstadt von Lauterbach gut auf eigene Faust erkunden - man hat nicht das Gefühl verloren zu gehen, wie der Strumpf, den der Wandergeselle in Lauterbach zurückließ.

Durch ein schmales Gässchen und ausgetretene Stufen führt ein Weg an die Lauter, vorbei am Ankerturm, ein Teil der 1266 errichteten Stadtmauer und mit eines der ältesten Bauwerke Lauterbachs.

Über die Lauter führen Schrittsteine, in deren Nähe der Strolch auf einem Sockel weit ausschreitet. Der spärlich bekleidete kleine Lauterbacher Strolch, nicht mit Schirm, Charme und Melone, sondern mit Schirm, Strumpf und Camembert ist eine tragende Figur Lauterbachs. Die Geschichte des Strumpfgesellen verbirgt sich dahinter, dem ebenfalls ein Brunnen gewidmet wurde. Dieser kecke Strolch bei den Schrittsteinen war seit 1905 Werbeträger des ersten in Deutschland hergestellten Camemberts.

Wie der Ankerturm steht auch die Burg Lauterbach im Verbund mit der Stadtmauer. Von der Burg ist es nicht weit zum längsten Fachwerkkomplex in Oberhessen: zum „Güldenen Esel“ oder neuer: Goldener Esel. Das Gebäude, um 1530 errichtet, war seinerzeit eine Gastwirtschaft vor den Toren der Stadtmauer. Das bedeutete, Verdienstausfall für das Stadtsäckel! Später in der Geschichte wurde das Fachwerkgebäude als Cent-Gericht genutzt, Ab 1821 als Posthalterei und Umspannstation für Postkutschen. 1862 kaufte die Stadt den Goldenen Esel und brachte die Volksschule dort unter. Lernen und Lesen sagt sich gut hintereinander, so ist es passend, dass das Gebäude heute die Stadtbücherei und mit ihr rund 30.000 Medien beherbergt, wie auch nebenan die Musikkulturschule.

Von der Musik zum Feiern ist es dann auch wieder nur ein kleiner Schritt: Im Festsaal des Hohhaus-Museums finden alljährlich die Pfingstmusiktage am Pfingstwochenende statt. Seit 1684 ist der Prämienmarkt das größte Volksfest im Vogelsberg. Er beginnt am Samstag vor Fronleichnam, Haupttag des einwöchigen Festes mit Märkten und einer Viehprämierung ist der Mittwoch vor Fronleichnam. Die Lauter ist illuminiert und es wird eine Bierkönigin gekrönt.

An jedem ersten Sonntag im Monat von April bis Oktober finden große Antik-Flohmärkte im Schlosspark Sickendorf statt. Sickendorf ist ein westlich der Kernstadt gelegener Stadtteil Lauterbachs mit einem Hotel neben dem Schloss und einem Golfplatz.