Bad Salzschlirf

In Bad Salzschlirf entsteht die Schlitz aus dem Zusammenfluss von Lauter und Altefeld. Bad Salzschlirf ist damit der Anfang des Schlitzerlands. Der Ortskern Bad Salzschlirfs liegt im Schoße dreier Taleinschnitte, aus denen der Wind weht, was sich klimatisch positiv auswirkt. Man hat beobachtet, dass einige Bäume hier früher erblühen, als in der weiteren Umgebung.

Doch dadurch hat die Kurstadt Bad Salzschlirf wahrscheinlich keine Berühmtheit erlangt. Vielmehr sind es ihre salzhaltigen Quellen, Mineral-, Sole- und Moorbäder und Reha-Zentren. Selbst Dr. Johannes Pfeiffer – Pfeiffer mit drei F – schlürfte seinen Sonntagskaffee im Film „Feuerzangenbowle“ im Kurpark von Bad Salzschlirf. Seine Blütezeit hatte die Kurstadt dann in den 1970er Jahren mit über einer halben Million Übernachtungen im Jahr. Ziemlich viel, bei noch nicht einmal 3.000 Einwohnern. Heute ist deutlich weniger los, was u.a. den Kürzungen im Gesundheitsbereich geschuldet ist.

Begonnen hat die Karriere von Bad Salzschlirf mit einem der bekanntesten Gichtbrunnen und mit einer Badewanne. 1746 wurde der Bonifatiusbrunnen erbohrt. 1835-36 stellte Graf Friedrich von Schlitz genannt von Görtz, der zur Besserung seines Gesundheitszustandes Bäder verordnet bekommen hatte, in einem Nachbarhaus des Brunnens eine Badewanne auf und ließ sie mit dem Brunnenwasser füllen. Dem Graf hat es nicht mehr arg viel Leben verlängert, denn er verstarb 1839, mit nur 46 Jahren. Zuvor hat er seinem Arzt Eduard Martiny die Lehnsrechte übertragen. Auf ihn geht der Ausbau zum Bad in Salzschlirf zurück, was 1911 mit dem entsprechenden Ortszusatz „Bad“ gewürdigt wurde.

Rund um den Bonifaziusbrunnen entstand ein attraktiver Kurpark. 1839 wurde er angelegt und Promenadengarten genannt. Er liegt westlich des Stadtzentrums, zwischen Bahngleisen und dem Flüsschen Altefeld. Blumenbeete, Springbrunnen und vielseitiger Baumbestand verwöhnen das Auge mit Abwechslungsreichtum.

Solewasser rieselt über Schwarzdornreisige und erfrischt beim Einatmen die Sinne im Gradierpavillon. Am Sturmiusbrunnen gibt es Natrium-Chlorid-Wasser, ebenso wie am Martiny-Brunnen. Die Wandelhalle des Kurhauses ist ein sehr beliebtes Motiv und lädt zum Pausieren ein.

Wahrzeichen der Kurstadt Bad Salzschlirf im Vogelsberg ist die katholische Pfarrkirche St. Vitus. Die Kirchengeschichte in Bad Salzschlirf lässt sich bis ins Jahr 885 zurückverfolgen. Der heutige Bau mit dem markanten Chorturm stammt allerdings aus dem Jahr 1702. Im Inneren erstrahlen drei frühbarocke Altäre und die Kanzel von 1695. Sie stammen aus der Wallfahrtskirche Kleinheiligkreuz bei Kleinlüder, ein Örtchen südlich von Bad Salzschlirf. Aus dem 15. Jahrhundert stammt der Taufstein vor dem Marienaltar.

Östlich der katholischen Kirche wurde 1914 eine Mariengrotte in den Hang gebaut. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick über Bad Salzschlirf. Im Mai 2011 wurde der Grundstein zu einem Kreuz- und Glaubensweg gelegt, dessen zwölf Stationen die Mariengrotte mit dem nahe stehenden Markus-Kreuz verbindet.

Auf 380m ü. NN. erwartet den Wanderer das Sonnenobservatorium auf der Koppe, nordwestlich des Stadtzentrums von Bad Salzschlirf. Fernblicke zur Hessischen und Bayerischen Rhön, über den Vogelsberg und das Schlitzerland sind hier bei guter Sicht zu genießen.

Das Heimatmuseum von Bad Salzschlirf in der Fuldaer Straße zeigt neben dem bäuerlichen Brauchtum und den Wurzeln der Kurstadt, Trachten, Leinen, einen Webstuhl und ein Himmelbett aus dem 18. Jahrhundert.