Schlitzerland

Das Schlitzerland liegt im grünen Herzen Hessens am Übergang des Vogelsbergs in das Knüllgebirge (Norden) und die Rhön (Osten). Im Westen grenzen das Lautertal und die Alsfelder Mulde an und im Nordwesten das Gründchen. Benannt ist das Schlitzerland nach der Burgenstadt Schlitz und dem gleichnamigen Fluss. Die Schlitz ist 13km lang und fließt in die Fulda, die hier zugleich als natürlich Ostgrenze das Schlitzerland von der Rhön trennt. Die Schlitz entsteht in Bad Salzschlirf aus dem Zusammenfluss der von Westen kommenden Lauter und der von Süden kommenden Altefeld.

Zur Wanderregion Schlitzerland zählt neben der Kernstadt Schlitz auch der Kurort Bad Salzschlirf im Süden. Zwischen beiden Orten ragt der Sängersberg (494m) aus einem kleineren Waldgebiet heraus. Als einer der höchsten Erhebungen ist auch der Steinberg zu erwähnen, der 490m hoch ist.

Im Mittelalter wurde die Schlitz Slitisa oder Slitise genannt, was in „wie ein Schlitten dahingleitendes Wasser“ übertragen wird. Technisch betrachtet bedeutet Schlitz eine Nut, vielleicht erscheint das Flüsschen auch so, das sich zwischen diesen und den vielen weiteren Anhöhen, wie dem Eisenberg (484m) und dem Tempelberg (386m) hindurch schlängelt und hinter Schlitz in die Fulda mündet. Auch teilt die Schlitz optisch das Schlitzerland, dessen dichte Bewaldung durch den Mündungslauf des Flusses durchbrochen wird.

Von den weitschweifenden Betrachtungen zu den harten Fakten: Das Schlitzerland hat viel Handfestes zu bieten, insbesondere die Burgenstadt Schlitz, ein unbedingt sehenswertes Gesamtensemble aus dicken Steinen und stabilem Fachwerk. Postkartenansicht pur, möchte man beim Betrachten der Stadt-Silhouette sagen. Dicht drängen sich die Burgen um die Stadtkirche am höchsten Punkt von Schlitz. Im Burgmuseum kann man sich über die Geschichte des Schlitzerlands informieren und von der Sandkirche genießt man nicht nur den schönen Blick, sondern steht auch vor einer der ältesten Querkirchen Deutschlands.

Eine Genießerkultur scheint sichtbar zu werden beim Anblick des Schlosses Hallenburg im Schlosspark, Sitz der Hessischen Landesmusikakademie. Genuss verspricht auch die Schlitzer Kornbrennerei und Braukunst des Auerhahn-Brauereihauses in Schlitz.

Einmaliges gibt es in Fraurombach zu sehen, in einem Kirchlein mit Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert, die von der Kindheit und Jugend des Kaisers Heraklius erzählen. Weitere schöne Kirchen gibt es in Ober-Wegfurth, dem Kreutzersgrund und in Hartershausen.

Ganz auf das Thema Kuren eingestellt ist Bad Salzschlirf, das 1944 auch als Kulisse für die Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann diente. Die katholische Pfarrkirche St. Vitus, eine schöne Mariengrotte und die Kuranlagen sind einen Besuch wert.

Zwischen den Städchten und Dörfern gibt es Natur satt. Lohnenswert ist ein Ausflug zum Pfordter See und von da ein Marsch in das Naturschutzgebiet Breitecke, das älteste Schutzgebiet im Vogelsberg. Die Breitecke gehört heute zum großen Europaschutzgebiet Breitenbachtal bei Michelsrombach – ein Naturparadies.