Ober-Wegfurth

Der kleinste Stadtteil von Schlitz verdankt sein Dasein einer Furt durch die Fulda. Das nordöstlich von Schlitz gelegene Ober-Wegfurt wurde 852 erstmalig urkundlich erwähnt durch den fuldischen Abt Hatto. Rund fünzig Seelen leben heute in dem Örtchen an der Fulda, durch das die Landesstraße 3140 führt.

Oberhalb des Ortes liegt eine ehemalige Wallfahrtskirche, deren Wurzel romanisch ist und bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht. 1701 wurde das Kirchlein quasi neu aufgebaut unter Nutzung der vorhandenen Bausubstanz. 1749 und 1764 erhielt die Kirche zwei Glocken, die noch heute zum Gottesdienst rufen. Allerdings nicht mehr jene, für die auf dem angrenzenden Friedhof barocke Reiter-Grabsteine gesetzt wurden.

Ein Natur- und Kulturdenkmal liegt zwei Kilometer westlich von Ober-Wegfurt - wörtlich zu nehmen, es liegt auf dem Hallstättberg im Rimbacher Forst: der Goldstein. Rund fünf Kubikmeter Sandstein im Block, mit Rinnen und Mulden, die laut einer Definition des Schlitzer Stadtpfarrers, der sich mit der Herkunft von Flurnamen befasste, nicht beispielsweise durch Regen entstanden sein können. Sagen und Vermutungen ranken sich um den Findling. Goldstein könne von Hollestein abgeleitet sein und man habe hier Frau Holle verehrt.

Etwas weniger weich gefedert ist die Steinbestimmung des eben genannten Pfarrers, der sagt, der Goldstein sei eine Gerichtsstätte gewesen. An diesem Stein und Versammlungsort wurde Recht gesprochen, denn es sei der Sitz eines Halsgerichts gewesen. Diese Begrifflichkeit geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Ein Halsgericht verhängte Strafen, die deutliche Spuren hinterließen weil sie an Leib und Leben gingen.

Regionaler Bezug:

Schlitz Vogelsbergkreis Hessen Schlitzerland Vogelsberg Oberhessen