Schloss Hallenburg

Die Hallenburg müsste eigentlich Schallenburg heißen: Klingt doch hier in der Vogelsberger Burgenstadt Schlitz seit 2003 tagsüber die Musik. Seitdem ist Schloss Hallenburg nämlich Sitz der Landesmusikakademie Hessen. Das ganze Jahr über wird auf Schloss Hallenburg musiziert, in Form von Kursen und Wettbewerben, aber auch in Form von Konzerten für die Bevölkerung.

Schloss Hallenburg wurde 1706-12 nach Plänen des französischen Barockbaumeisters Louis Remy de la Fosse erbaut. 1706 waren die Fundamente fertig, ein Jahr später das Erdgeschoss. Der Hausflur in Marmorierungstechnik (Fresko) ist nahe am Originalzustand renoviert und lässt heute noch den Glanz und Gloria des 18. Jahrhunderts erstrahlen.

Schloss Hallenburg ist von einem schönen Schlosspark umgeben, der ebenfalls Anfang des 18. Jahrhunderts angelegt wurde. Zunächst orientierten sich die Landschaftsgärtner am französischen Stil, um 1780 setzte sich der englische Landschaftsgarten durch. Nach Süden, nahe des Gästehauses, entstand eine Orangerie mit einem Kuppelsaal.

Das Leben auf den unkomfortablen Burgen war der Motor des Schlossbaus, der eine Tonne Gold = 100.000 Gulden, gekostet haben soll. Von 1728 bis 1954 diente Schloss Hallenburg der gräflichen Familie von Schlitz als dauernder Wohnsitz. Ein Feuer sorgte um 1755 für anschließende umfassende Renovierungsarbeiten. Graf Carl Heinrich ließ das Mansarddach entfernen und fügte den beiden Stockwerken ein Mezzaningeschoss (mezzo, aus dem italienischen, bedeutet „halb“) mit niedrigerer Deckenhöhe hinzu. 1954 schenkte Graf Otto Hartmann von Schlitz genannt von Görtz Schloss Hallenburg der Stadt Schlitz, um dort ein Gymnasium einzurichten. Bis 1977 wurden auf Schloss Hallenburg tatsächlich Abiturienten ausgebildet.

Eine wahre Seltenheit in Schloss Hallenburg ist das Zimmer mit der chinesischen Tapete. 68qm Naturbetrachtungen aus China. Pflanzen, Vögel, allerlei kleines Getier schwirrt hier an der Wand lang und erinnert an die Chinamode im 18. Jahrhundert. Die Römer holten sich den Garten per Malerei ins Innere, der deutsche Adel ließ chinesische Gartenillusionen verkleben, in Schloss Hallenburg gleich in 18 Bahnen.

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