Sandkirche Schlitz

1591 beschloss man in Schlitz den bis dahin im Innern des Burgenrings befindlichen Friedhof nach außen zu verlegen. Dafür erwählte man den nördlich gelegenen Sandberg. Hier stand wahrscheinlich vorher schon eine kleine Wallfahrtskapelle. 1612 wurde dann die neue Friedhofskirche gebaut, die man heute unter dem Namen Sandkirche kennt.

Die Sandkirche in Schlitz gilt als eine der ältesten Querkirchen Deutschlands. Eine Querkirche ist eine Kirche, deren Querhaus größer ist als das Langhaus. Das Prinzip der Querkirche verstand man ähnlich dem der reformatorischen Zentralkirche als eine architektonische Umsetzung des Prinzips vom Priestertum aller Gläubigen.

An der Westseite der Sandkirche befindet sich die ehemalige Schillingsgruft, die heute der Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges gedenkt. Schlitzer mit Rang und Namen und Adelsangehörige sind auf dem Friedhof bestattet.

Die Sandkirche verfügt über zwei aufwändig gearbeitete barocke Epitaphe, die 1625 und 1627 an der Außenwand, links und rechts der Kanzel ihren Platz fanden. Das linke Bild zeigt Jesus am Kreuz, seine Anhänger schauen zu ihm auf, Engel umrahmen die Szene, über ihm ein Totenkopf. Eine bebilderte Inschrift schmückt die zweite Denkmalstafel, am besten zu betrachten mit einem Lateiner an der Seite.

Ganz herrliche Aussichten hat der Besucher der letzten Ruhestätte, wenn er den Blick vom Sandberg über Schlitz schweifen lässt und die Sonne durch das satte Blattwerk der alten Bäume des Friedhofs über Licht und Schatten entscheidet.