Schelder Wald

Im Schelder Wald schlug über Jahrhunderte das Herz des hessischen Eisenlands. Hier trotzten Tausende von Kumpels über Generationen dem Berg den begehrten Eisenstein ab, das Grundmaterial für die Hütten, die im Siegerland und dem Dilltal arbeiteten und für einige Jahrzehnte dafür sorgten, dass die Region zwischen Wetzlar und Siegen das Wirtschaftszentrum Deutschlands war.

Heute ist es ruhig im Schelder Wald. Vögel, Rotwild und Schwarzkittel bilden zusammen mit dem Plätschern der Bäche die Geräuschkulisse inmitten eines weitläufigen, dünn besiedelten Laubwaldgebiets. Vielerorts erinnern einzelne Überbleibsel an die Zeiten, als die Bergleute das gesamte Tal bis auf Teufen von 500m und mehr durchlöcherten. Heute ist der Schelder Wald Natur pur, was sich u.a. auch im Fehlen von klassischen Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen bemerkbar macht. Hier im Tal der Schelde gibt’s Wald, Wiese und Wanderlust.

Namensgeber für den Schelder Wald ist die Schelde, ein Flüsschen, das am Südhang der Angelburg (609m) entspringt und dann eine lange Strecke durch herrlichen Laubwald fließt, Oberscheld erreicht und schließlich in Niederscheld nach 12km in die Dill mündet.

Zwei weitere Flüsse grenzen den Schelder Wald westlich und östlich ab: Der 11km lange Nanzenbach trennt den Schelder Wald vom Dietzhölztal und mündet bei Dillenburg in die Dill. Der 12km lange Siegbach dagegen bildet die südöstliche Grenze zum Gladenbacher Bergland. Der Siegbach entspringt am Osthang der Angelburg und mündet bei Bischoffen in die Aar.

Nach Norden hin geht der Schelder Wald oberhalb von Nanzenbach an der Angelburg in die Bottenhorner Hochfläche über. Nach Süden hin trennt die Aar den Schelder Wald vom Höhenzug der Hörre.