Angelburg

Der höchste Berg der Bottenhorner Hochfläche ist die Angelburg (609m). Auf ihr steht das höchste Bauwerk im Lahn-Dill-Kreis, der Fernsehturm Angelburg, oder wie es korrekt heißt: die Funkübertragungsstelle Eschenburg 1. Der 1968 in Betrieb genommene Fernsehturm auf der Angelburg ist 171m hoch und weithin als Landmarke sichtbar.

Aufgrund der Prominenz des Berges bildeten die Dörfer Frechenhausen, Lixfeld und Gönnern nach ihrem kommunalen Zusammenschluss 1972-74 dann gemeinsam die Gemeinde Angelburg – was interessant ist, da der gleichnamige Berg auf Eschenburger Grund steht.

Am südlichen Fuße der Angelburg entspringt der Gansbach, der zunächst etwa ein Drittel der Angelburg umrundet und dann das Gansbachtal ausbildet. Der Gansbach fließt durch Lixfeld, Frechenhausen und Gönnern, um schließlich nach 11km in Niedereisenhausen in die Perf zu münden. Unweit der Gansbach-Quelle entspringt ebenfalls die Schelde, die südwärts auf 12km der Dill zufließt und Namensgeber für den Schelder Wald ist.

Direkt am Quellgebiet von Gansbach und Schelde liegen die Wilhelmsteine, eines der wichtigsten Naturdenkmäler im Lahn-Dill-Bergland. Die Wilhelmsteine sind eine Gruppe von Felsen, die teilweise 15m hoch sind und aufgrund ihrer markanten Formation auch Felsenburg genannt werden. Entstand sind die Wilhelmsteine vor rund 360 Mio. Jahren durch vulkanische Tätigkeit. Ihren Namen verdanken sie einem Besuch von Herzog Wilhelm von Nassau, der 1830 die damals noch Buschsteine genannte Felsformation in Augenschein nahm.

Die Wilhelmsteine sind seit gut hundert Jahren ein beliebtes Wanderziel. Damals begann mit Eröffnung der Schelde-Lahn-Bahn ein regelrechter Wilhelmstein-Tourismus. Noch heute führen mehrere Fernwanderwege zu den als Naturdenkmal geschützten Wilhelmsteinen. Und immer am 1. Mai treffen sich Wanderer aus nah und fern an den Wilhelmsteinen zum gemeinsamen Grillen – denn anstatt einer Wanderhütte werden mehrere öffentliche Grillstätten unterhalten. Ebenfalls beliebt ist der Waldgottesdienst zu Himmelfahrt.

Direkt am Sendeturm wurde eine keltische Siedlung nachgewiesen. Hier fand man den Hirzenhainer Keltenstein, eine figürlich geritzte Darstellung eines Menschengesichts auf einer Steinstele, die es bis ins Hessische Landesmuseum nach Darmstadt gebracht hat.

Noch etwas weiter nördlich in Richtung Lixfeld liegt ein Diabas-Steinbruch. An einer der nicht mehr genutzten Abbruchstellen hat sich ein See gebildet, dessen romantische Lage mit dem doch sehr nüchternen Namen Höhe 500 nur sehr unzureichend beschrieben ist. Hier haben heute der Angelsportverein und die Naturfreunde aus Lixfeld ihre Vereinsdomizil. Die Höhe 500 liegt direkt am Hirzenhainer Höhenflug und ist eine beliebter Rastplatz für Wanderer.

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