Frankfurt-Seckbach

Seckbach gilt als das Dorf inmitten der Stadt. Gemütliche Apfelweinwirtschaften versprühen Lebensfreude und Gemütlichkeit. Zu Seckbach gehört der höchste Punkt in Frankfurt, etwas nördlich des Lohrbergs. Hier steht auf 212m ü. NN die Berger Warte, von der man eine fantastische Aussicht auf Frankfurt und in die Wetterau, den Spessart und den Odenwald genießt.

Seit 1900 ist Seckbach ein Teil von Frankfurt. Es hat sich seine dörfliche Struktur besonders im historischen Zentrum bewahrt. Eines der besterhaltenen fränkischen Fachwerkensembles lassen Bewohner und Besucher nostalgisch an die Zeit vor ihrer Zeit denken.

Ein besonderer Hingucker ist das ehemalige Seckbacher Rathaus an der Ecke Hofhausstraße und Rathausgasse aus dem Jahr 1542, das heute als Bürgerhaus belebt wird. Das Rathaus, als wunderbar erhaltenes Beispiel der bäuerlich-fränkischen Spätrenaissance, ist beliebtes Motiv für Fotografen und Zeichner. Der steinerne Unterbau wurde wie seinerzeit oft als offene Markthalle und Gerichtsort genutzt.

Ein weiteres Beispiel der bäuerlich-fränkischen Fachwerkbauart bildet das heute in Privatbesitz befindliche Gebäude der ehemaligen lutherischen Schule in der Wilhelmshöher Straße. Zur Zeit des Barock wurde die Schule 1709 eröffnet. Gemeinsam mit der Marienkirche liegt sie etwas erhaben über dem Ortskern.

Gegenüber der ehemaligen Schule ist ein putziges Häuschen, dessen Breite das Banner mit der Aufschrift Kultur- und Geschichtsverein 1954 kaum übersteigt. Das Pedellhäuschen der Zentgrafenschule beinhaltet das Heimatmuseum Seckbach. Ein Pedell ist ein Diener, Hausmeister oder ältlicher: Büttel, eine organisatorische Hilfskraft einer Institution. Das Heimatmuseum, eröffnet 2004, zeigt einmal monatlich drei Ausstellungen zur Historie von Seckbach.

Einen etwas anders gelagerten Kulturbegriff verfolgt die Frankfurter Batschkapp, ein kultiger Rockclub, der von 1976-2013 in Eschersheim beheimatet war und seit 2013 eine größere Location in der Gwinner Straße in Seckbach betreibt. Die Batschkapp ist Kult. Während andere Kultinstitutionen wie das Dorian Gray am Flughafen, der Cocoon Club in Fechenheim oder der Sinkkasten in der Innenstadt mittlerweile dicht haben, ist die Batschkapp nach wie vor dabei und bringt alternative Musik groß raus.

Die evangelische Marienkirche in Seckbach entstand 1710. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges brannte sie bis auf die Mauern nieder und wurde im Anschluss neu errichtet. Auffallend ist ihr spitzer kupferbeschlagener Turmhelm.

Der Huthpark liegt westlich des Ortskerns von Seckbach, zwischen diesem und der Unfallklinik und misst über 18ha. Er entstand 1910-13 als Volkspark auf der Huth. Spazierwege, Wiesenflächen, kleine Alleen – hier lässt es sich stadtnah chillen oder auf den Tennisplätzen beispielsweise aktiv sein. Im Plan des Frankfurter Grüngürtels ist es, den Huthpark mit dem Lohrpark mittels einer neuen Parkfläche zu verbinden.

Das Naturschutzgebiet Seckbacher Ried liegt im Südosten der Seckbacher Gemarkung. Das Moor entstand durch den Zusammenfluss mehrerer auf dem Lohrberg sich sammelnden Quellwasser, die sich zum Mühlbach verbinden, der das Ried befeuchtet. Aus Bischofsheim kommt der Bach Riedgraben geflossen und bewässert ebenso das Ried, bevor er kanalisiert in den Weiher des Ostparks geleitet wird. Im Norden sind Kleingärten. Der Lauf der Natur wird hier nicht gestört und so entstand eine Insel für Flora und Fauna, knorrige Kopfweiden, Silberweiden und andere bieten Landeplätze für Buchfinken und Bussarde.

Etwas weiter südlich bildet der kleine, gerade mal 0,3ha große Sausee und seine unmittelbare Umgebung ein geschütztes Naturdenkmal. Er ist ebenfalls ein Überbleibsel eines Altarmes des Mains und zählt zum Frankfurter Grüngürtel. Der Sausee hat seinen Namen von der Viehtränke. Bauern ließen hier ihre durstigen Schweine zu Wasser. Der Sausee ist ein Himmelssee, der sich in den dunkleren Jahreszeiten mit Grund- und Regenwasser füllt und im Sommer austrocknen kann. Also nicht wundern, wenn nahe der großen Weide nach einem trockenen Sommer kein Sausee zu sehen ist.