Frankfurt-Fechenheim

Ursprünglich war Fechenheim, das 1928 zu Frankfurt eingemeindet wurde, ein Fischerdorf. Einmal im Jahr im September wird hier das Fischerfest gefeiert. Auch die Plastik vom Fischer und seiner Frau erinnern an die Wurzeln des Ortes. Fechenheim schmiegt sich idyllisch in den Mainbogen und liegt durch den Fluss getrennt näher an Offenbach als an der Frankfurter Innenstadt. Der dörfliche Ortskern Alt-Fechenheims liegt südlich. Nördlich prägt Industriearchitektur das Landschaftsbild.

Im Fechenheimer Wald nördlich des Stadtteils wachsen überwiegend Hainbuchen, Eichen und Douglasien. Sie wurzeln in den sandigen Ablagerungen des alte Mainbetts. Aus einer ehemaligen Kiesgrube entstand 1870 der 3ha große Fechenheimer Weiher. Ein Ort, der zum Naherholen und Rasten einlädt, insbesondere, wenn man im Frankfurter Grüngürtel unterwegs ist. Am Fechenheimer Waldrand liegt im Grünen die Vogelschutzwarte. Dreißig Vogelarten brüten hier und 800 Tiere fliegen bei genauerer Betrachtung nicht weg.

Im Fechenheimer Wald ist auch der Heinrich-Kraft-Park zu finden. Der 1969 gegründete Waldspielpark zeichnet sich durch seinen integrativen Tabaluga-Spielbereich aus, in dem behinderte mit nicht behinderten Kindern gemeinsam spielen können. Es gibt einen Basketballplatz, Bolzplätze, etwas für BMXer und Skater, eine Rollschuhbahn, Minigolf, Grillplatz und Raum zum Klettern und erholen.

Mit der Frankfurter Anilinfabrik von Gans und Leonhard zog 1870 ein bedeutender Arbeitgeber nach Fechenheim nahe des Gebietes Mainkur. Der Name Mainkur taucht erstmalig im Zuge einer Zollstation auf, an der Grenze zwischen Hessen-Kassel und Offenbach. Die Casella-Werke produzierten Teerfarben. 1925 ging diese Firma in die I.G.Farben auf. Der Arthur-vonWeinberg-Steg verbindet die Casella Werke mit dem Offenbacher Teil. Die Fabrik gehört heute der Allessa GmbH, die Chemikalien für die Industrie herstellt. Nahe des Stegs, der Radfahrer und Fußgänger über den Main führt, ist auch eine Anlegestelle für Ausflugsschiffe nach Rüdesheim und Aschaffenburg.

Ein besonderes Schmuckstück ist das Rathaus in Alt-Fechenheim, in der Pfortenstraße 1. Das repräsentative Gebäude wurde zum Wahrzeichen und entstand 1902, als es sich die Fechenheimer durch die Industrieansiedelungen leisten konnten. Die Fassade entstand im damaligen Zeitgeist der wilhelminischen Kaiserzeit, mit Anleihen aus der florentinischen und römischen Renaissance. Über dem Eingang ist ein Balkon, Erker, und Giebelchen, teilweise gewellt oder gestuft, eine Fachwerkgaube und ein Türmchen machen das Rathaus zu einem der schönsten in Frankfurt. Sehr hübsch und liebevoll ausgestattet zeigt sich auch der Tante Emma-Laden des Heimat- und Geschichtsvereins in Fechenheim.

Zwei ältere Kirchenbauten hat Fechenheim zu bieten. Die katholische Herz-Jesu-Gemeinde trifft sich in einem zweischiffigen neugotischen Bau, der 1886 geweiht wurde und durch seinen langen spitzen Helm auffällt. Die Fechenheimer evangelisch lutherische Kirche von 1771 erhielt 1931 einen freistehenden circa 31m hohen Turm an der Nordostseite. Im Foyer der Kirche ist die älteste Glocke im Frankfurter Stadtgebiet ausgestellt, sie stammt aus dem Jahr 1390.

Regionaler Bezug:

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