Kloster Engelthal (Wetterau)

3km westlich von Altenstadt, einer Gemeinde in der Wetterau, liegt in einer ländlichen Idylle das Kloster Engelthal. Vallis angelorum – Engelthal - ein hübscher Talausgang nach einem ausgedehnten Waldstück. Hier wohnen, beten und arbeiten Benediktinerinnen, die ihr Kloster auch offen für Gäste haben, die den Ort genießen, zur stillen Einkehr kommen oder ein wenig klösterliches Leben erfahren möchten im Herzen der Natur der Wetterau.

1268 stifteten die Ritter von Büches und Karben den Zisterzienserinnen das Kloster zur heiligen Maria im Tal der Engel. Im Dreißigjährigen Krieg fand große Zerstörung auch durch Plünderei und Brandschatzung statt und die Nonnen flüchteten 1622 nach Aschaffenburg. Auf einer Grabplatte wird Konrad von Büches in langem Untergewand mit Schwert und Wappenschild gezeigt.

Von 1666 bis 1750 wurde das Kloster Engelthal wieder durch die Schwestern aufgebaut. Auf den gotischen Grundmauern entstand ein spätbarockes Kloster mit Kirche, Konvents- und Wirtschaftsgebäuden und einem repräsentativen Äbtissinnenbau, der heute als Gästehaus dient.

1803 wurde das Kloster vom Staat aufgelöst. In der Folgezeit wechselte es häufig die Besitzer und wurde zu einem landwirtschaftlichen Hofgut. Die Klosterkirche wurde weiterhin von den ortsansässigen Katholiken genutzt. Die im Kern gotische Klosterkirche erhielt zwischen 1692 und 1731 ihr barockes Gewand. Teile des Kreuzgangs wurden eingebüßt, doch heute gibt es wieder einen neuen Kreuzgangbereich. Der Aufnahme Mariens in den Himmel widmet sich die Darstellung auf dem Altar und das Deckengemälde im Langhaus. An den Altarraum wurde 1961 ein Gästeoratorium angebaut, in welchem die barocken Seitenaltäre aufgestellt wurden.

1952 kaufte das Bistum Mainz die Kirche und neun Jahre später den kompletten Klausurbereich innerhalb der historischen Mauern aus dem 18. Jahrhundert. Das Bistum bot den Benediktinerinnen der Abtei vom heiligen Kreuz zu Herstelle (Weser) Kloster Engelthal zur Neugründung eines Klosters an und schon im Mai 1962 bezogen zwanzig Benediktinerinnen Kloster Engelthal und füllten es mit Leben. Drei Jahre später wurde Kloster Engelthal zur Abtei erhoben.

Leben, Arbeiten und Glauben geht im Kloster Engelthal Hand in Hand, denn im Kloster Engelthal gibt es eine ökologisch ausgerichtete Gärtnerei, eine Buchhandlung mit Kunst und klösterlichen Produkten, eine Restaurierung von Gemälden und Skulpturen und man arbeitet ganz modern an einem Energieprojekt.

Hervorzuheben ist das offene Tor. Die Benediktinerinnen sind sehr gastfreundlich und laden die Menschen ein, im Garten zu rasten, in der Kirche zu sein, oder sich für ein oder mehrere Tagen einzumieten.