Assenheim (Niddatal)

Assenheim ist der größte Stadtteil von Niddatal in der Wetterau und liegt 6km südöstlich der Kreisstadt Friedberg. In Assenheim mündet 69km nach ihrer Quelle bei Schotten im Vogelsberg die Wetter in die Nidda. Die Nidda bildet hier eine Schleife und umarmt quasi Assenheim.

Entlang der Flüsse Nidda und Wetter führt auch gleich ein Wissenspfad, der Informationen zum Leben im und um das Wasser gibt. Wer die Augen offen hält, findet am Fluss vielleicht auch die Hüterin der Gewässer. Eine hübsche Skulptur, die im Rahmen des Kunst am Fluss-Projektes in Niddatal entstanden ist. Lehrreiche Pfade sind auch der Gehölzlehrpfad und das Lehrbiotop der Umweltwerkstatt Wetterau am südwestlichen Ortsrand von Assenheim.

Nach oben geguckt prägen zwei Bauwerke die Silhouette von Assenheim, das erstmals 1139 erwähnt und 1277 als Stadt bezeichnet wurde. Zwei Türme recken sich in der denkmalgepflegten Altstadt in Assenheim in die Höhe: der Turm der Evangelischen Pfarrkirche und der Siloturm der Stadtmühle. Erst der Magen, dann der Geist.

Denn der mächtige Siloturm mit nahezu 45m Höhe überragt den Kirchturm. Das Grundstück der Mühle erstreckt sich auf die Süd-West-Ecke des alten Ortskerns. Das Müller-Wohnhaus zählt zu den spätklassizistischen Villenarten vom Ende des 19. Jahrhunderts. Der Siloturm am westlichen Rand des Areals steht für den Baustil vor dem Ersten Weltkrieg. Er war in den 1940er Jahren das größte Getreidesilo Europas. Geometrisch, funktional, ohne Schnickschnack. Noch heute lagert Getreide dort.

Ohne Schnickschnack scheint auch die protestantische Predigtkirche Assenheims gegenüber der Mühle auf einem Kreuzgrundriss 1782-85 an Stelle einer mittelalterlichen Vorgängerkirche gebaut worden zu sein. Steine aus dem Münzenberger Burgturm konnten hier mit verbaut werden. Im Inneren hat die Kirche eine vierseitig umlaufende Empore mit Fürstenloge.

Nordöstlich von Mühle und Kirche, am Marktplatz, steht das Alte Rathaus, das heute zum Teil von der Umweltwerkstatt Wetterau genutzt wird. Erbaut wurde das Rathaus 1608-10. Der zweigeschossige Fachwerkbau erhielt eine Aufstockung des markanten Turms 1882. Einem anderen Umbau sind die großen Tore auf der Ostseite zu verdanken. Durch diese fuhren Spritzenwagen ein und aus. Zwischen beiden Toren ist die Tür zur Wachstube. Über ihr im Portal ist ein Wappen. Dieses stammt aus dem Marktbrunnen.

Die Burg Assenheim wurde durch die Münzenberger angelegt. Die erhaltenen Bauten am linken Niddaufer, an der Hauptstraße 38, stammen meist aus dem 18. Jahrhundert und zeigen sich von der Straße aus betrachtet als dreiseitige Hofanlage. Aus Ställen wurden Wohnhäuser. Der sogenannte Maxbau, eine 1792 errichtete Scheune, benannt nach Graf Maximilian (1826-92), ragt in den südlich angrenzenden Schlosspark.

Die Schlossbrücke östlich des Stadtkerns verbindet das Schloss Assenheim mit dem einstigen Witwensitz Amalienhof. Der Amalienhof befindet sich am Hanggelände des rechten Nidda-Ufers gegenüber von Schloss Assenheim. 1794 wurde es vom gräflichsolmsischen Kammerrat Geyger gebaut. 1840 wurde es für Gräfin Amalie als Witwensitz umgestaltet und erhielt sein klassizistisches Gesicht. Der Amalienhof war Gärtnerei und dient heute Wohnzwecken.