Schloss Assenheim

Schloss Assenheim, angeschmiegt an das linke Niddaufer in Assenheim, geht auf die Bauherren der Burg Assenheim zurück. Im Mittelalter wurde die Burg von den Herren von Münzenberg errichtet. Das Schloss ist eine Anlage der Grafen von Solms-Rödelheim. Die Rentkammer des Grafen zu Solms-Rödelheim und Assenheim verwaltet das Schloss noch heute. Heiratswillige sollten sich dort melden, wenn sie in gräflicher Umgebung den Bund fürs Leben schließen wollen.

Einfach rein und raus spazieren kann man dort nicht, denn das Schloss ist von der erwähnten gräflichen Familie bewohnt. Etwas offener war das Schloss, als es 1924-32 durch Max Graf zu Solms zu einer Begegnungsstätte für Wissenschaftler wurde. Das Forscherheim Assenheim bot Intellektuellen, Soziologen, Interessierten an der gesellschaftlichen Entwicklung, einen Raum zum Gedankenaustausch, der zum Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise jedoch nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte.

Die Münzenbergische Wasserburg, von Kuno I. von Münzenberg, Ende des 12. Jahrhunderts mit einem hohen Wohnturm errichtet, ziert noch etliche alte Darstellungen. Der Turm musste jedoch 1779 abgebrochen werden. Von der Burg noch erhalten sind Mauerreste im Schlosspark und wahrscheinlich der Brunnen.

Die Ringmauer der Burg wurde als Ruine in die Siesmayersche Parkgestaltung mit einbezogen. Die Buckelquader, die zu sehen sind, sind charakteristisch. Teile der Ringmauer schließen auch den neugotischen Archivbau mit Türmchen und Zwiebelhaube ein.

Das im Grunde recht nüchtern wirkende Hauptgebäude von Schloss Assenheim besteht aus zwei Flügeln, drei waren vom Baumeister Georg Friedrich Mack geplant. 1788-90 wurden jedoch nur zwei umgesetzt. Dieser Neubau entstand auf den Umrissen eines Schlosses von 1574. Zwei Keller und Umrissmauern aus der Zeit wurden eingegliedert. Das zum Teil vier Geschosse plus Dachgeschoss umfassende Gebäude hat im Erdgeschoss vor dem Zugang einen Arkadenvorbau aus dem Jahre 1874.

Im Inneren der dicken Mauern überwiegt der Louise-seize-Stil. Er steht für die klassische Eleganz des 18. Jahrhunderts, französischer bzw. französisch beeinflusste Stilrichtung in Kunst und Architektur.

Es wird vermutet, dass der Schlosspark von Schloss Assenheim 1786 als anglo-chinesischer Garten gestaltet worden war. 1850 kam der Frankfurter Gartenarchitekt Franz Heinrich Siesmayer zum Zuge und gestaltete den Garten im englischen Stil um.

Regionaler Bezug:

Niddatal Wetteraukreis Hessen Unteres Niddatal Wetterau Oberhessen