Frankfurt-Bockenheim

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Angrenzend zum Frankfurter Westbahnhof liegt der Stadtteil Bockenheim, der 768 erstmals in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch genannt wurde. 1819 wurde Bockenheim zur Stadt ernannt und 1895 nach Frankfurt eingemeindet. Heute ist Bockenheim der Frankfurter Stadtteil mit den meisten Einwohnern. In Bockenheim findet sich im alten Kern um den Kirchplatz mit der St. Jakobskirche noch beinahe dörfliches Flair.

Die Bockenheimer Warte ist das Wahrzeichen von Bockenheim, wenngleich sie eigentlich im Stadtteil Westend steht. Die Bockenheimer Warte wurde 1434-35 als einer von vier Frankfurter Warttürmen zur Verstärkung der Landwehr gebaut. Die Bockenheimer Warte diente als westlichster Turm der Früherkennung von Angriffen und zur Abwehr. Heute ist die Bockenheimer Warte ein Bezugspunkt im Stadtteilbild und versammelt donnerstags zahlreiche Händler und Kunden zum bunten Marktgeschehen.

Gegenüber der Bockenheimer Warte, am Carlo-Schmidt-Platz, kann man die Architektur des Bockenheimer Depots bestaunen, das 1900 gebaut wurde. Das backsteinerne Depot war die Hauptwerkstatt der Straßenbahn in Frankfurt. Wo früher repariert wurde, wird heute Theater gespielt. Die ehemalige Wagenhalle ist dreischiffig und in der Mitte 12m hoch. Eine Besonderheit, die das Kulturdenkmal ausmacht, ist die halbkreisförmige Deckenkonstruktion aus Holz, die auf einen Baumeister der Renaissance zurückgeht. 2.250qm werden überspannt und darunter können auf 400 Sitzplätzen und 1.000 Stehplätzen Kulturfreunde Vorstellungen genießen. Nahe des Bockenheimer Depots entstehen neue Wohnungen.

Noch mehr Kultur wird in Bockenheim auf dem Kulturcampus angeboten, der nach und nach auf dem Gelände des Bockenheimer Campus der Johann Wolfgang Goethe Universität entsteht. Die Universität verlässt nämlich Bockenheim und sichert durch den Verkauf attraktiver Grundstücke u.a. ihre Zukunft als Stiftungsuniversität.

Das höchste Gebäude Frankfurts (und zweithöchste in Deutschland) steht in Bockenheim und es ist kein Hochhaus, sondern ein Fernsehturm. Er heißt eigentlich Europaturm und ist 337,5m hoch. Jeder, wirklich jeder in Frankfurt nennt den Europaturm aber Ginnheimer Spargel, weil er quasi schon fast auf Ginnheimer Gebiet steht.

Neben dem Ginnheimer Spargel stehen die Gebäude der Deutschen Bundesbank, der Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland. Und vor der Deutschen Bundesbank gibt es als Ausgleichsmaßnahme für den Bau eine Grünanlage, die Miquelanlage. Der Teich in der Miguelanlage wurde zu Beginn der 1970er Jahre angelegt zu Zeiten des Neubaus der Deutschen Bundesbank. Und wenn schon das Geld nicht sprudelt, dann wenigstens die Fontäne des 5.000qm großen Teichs.

Südlich der A 66 steht die 1927-29 erbaute katholische Frauenfriedenskirche. Ein beeindruckender 20m hoher Portalbau, der in der Front durch drei Rundbogennischen gegliedert ist, in denen kunstvoll gestaltete Mosaike zu bewundern sind. Die Friedenskönigin als Skulptur in der Mitte, flankiert von den Symbolen der Schattenseite, wie Nacht und Trauer, und denen der Sonnenseite, dargestellt durch Sonne, Freude und Blumen.

Am anderen Ende von Bockenheim im Südwesten liegt der frühere Mittelpunkt Bockenheims mit dem Kurfürstenplatz, der axial angelegt ist und in dessen Mitte sich ein Sandsteinbrunnen mit Obelisk befindet. Er erinnert an den Kurfürsten Wilhelm I, der 1819 Bockenheim Stadtrechte verlieh und zeitweilig von Napoleon vertrieben wurde. Bockenheimer Bürger haben den Monumental-Brunnen gestiftet, der 1913 aus rotem Mainsandstein entstand, auf einem ehemaligen sumpfigen Gelände, das die Gebrüder Siesmeyer 1868 trocken legten. Die Figurensprache am Brunnen steht für Stärke, Industrie Landwirtschaft und das Aufstreben. Wenn man es weiß, kann man es ganz gut zuordnen bei der Betrachtung des Zentaurs, den Knaben und Gaben.

Zwischen Schlossstraße und dem Westbahnhof liegt ein kleines feines 1,5ha großes Areal, der Von-Bernus-Park (Kurzform: Bernuspark). 1717 wurde die Grünanlage als Privatpark angelegt, Auftraggeberin war Prinzessin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau. Ihr Schlösschen wurde leider im zweiten Weltkrieg zerbombt. Verträumt und verwunschen zugleich erhalten geblieben ist die Zierbrücke aus Bruchstein über dem Teich. Hingucker sind auch die exotischen Bäume. Der Park liegt hinter Mauern und Zäunen geschützt und ist über drei Zugänge erreichbar.

In der Salvador-Allende-Straße, ganz in der Nähe, steht ein Schlösschen der anderen Bauart. Das Ökohaus Arche, welches 1992 gebaut wurde. Innen und außen begrünt und bewässert! In dem Projekt wurden Ideen von Ökologie, Biologie und Nutzen für die Anwender zusammen komponiert. Bäume wachsen auf den Dächern und darunter machen sich Menschen Gedanken um Gesundheit, Kommunikation und das leibliche Wohl, denn hier sind dreißig unterschiedliche Gewerbe angesiedelt.