Bad Salzhausen (Nidda)

Restaurant-Gästehaus WilhelmshöheRestaurant-Gästehaus Wilhelmshöhe

Eines der ältesten Solebäder in Deutschland liegt eingebettet zwischen Wetterau und Vogelsberg nordwestlich der Stadt Nidda. Bad Salzhausen hat eine lange Kur- und Bädertradition, die mit einem weltbekannten Chemiker aus Gießen begann: Justus Liebig. Er bescheinigte den salzhaltigen Wassern in Salzhausen Anfang des 19. Jahrhunderts heilende Wirkung. Ab 1824 begann man damit, Salzhausen für Bade- und Kurgäste herzurichten. Die reine Salzherstellung wurde 1860 aufgegeben.

Als Salzhusen, Häuser bei den Salzquellen, wurde das heutige Bad Salzhausen erstmalig 1185 urkundlich genannt. Das erste von sieben Gradierwerken wurde 1600 gebaut. Davor wurde das Salz durch Sieden in Pfannen gewonnen. Ein Gradierwerk spendet noch heute wohligen Salznebel im Kurpark Bad Salzhausen. Der Park wurde vor rund 185 Jahren angelegt und auf den 52ha lässt es sich in Blütenpracht zwischen den Trinkkuren bestens aushalten.

Direkt am Park steht das Kurhaus, das heute als Hotel betrieben wird. Der Mittelbau des Kurhauses entstand 1826, die Seitenflügel 1836 im klassizistischen Baustil. Das heutige Kurhaushotel ist mit seinen 75 Betten, mehreren Gesellschafts- und Tagungsräumen sowie gepflegter Gastronomie Mittelpunkt von Bad Salzhausen.

Sechs Quellen hat die Perle von Nidda zu bieten. Drei davon enthalten überwiegend Natrium-Chlorid-Wasser, das gute Wirkungen zeigen soll bei Magenbeschwerden zum Beispiel. Die Lithium- und die Södergrundquelle gehören dazu und die Schwefelquelle. Letztgenannte ist wohl nicht so lecker, dafür aber zum Gurgeln gegen Halsweh gut. Die Natrium-Calcium-Hydrogencarbonat – oder kurz gesagt: Stahlquelle – befindet sich nahe der Schwefelquelle und hilft auch noch bei Eisenmangel, heißt es.

Die Nibelungen- und Roland-Krug-Quelle sind Säuerlinge, die die Sohlebecken der Justus-Liebig-Therme und das Gradierwerk bedienen. Von außen und innen können sich die rund 600 Bewohner Bad Salzhausen quasi rund um die Uhr putzen. Mineralien trinken, sich salzhaltig baden, in der Sauna alles wieder rausschwitzen und in der Salzgrotte gesundatmen.

Sehenswert in Bad Salzhausen ist auch Haus Christiansruh, eine historisierende Anlage aus dem Jahr 1899 mit altem Baumbestand und Teich als Rest des ehemaligen Rundgradierbaus. Paul Laven lebte und arbeitete in Haus Christiansruh. Laven gilt als Erfinder der modernen Radioreportage und wurde deutschlandweit durch seine Berichte von den Olympischen Spielen 1936 in Berlin bekannt.