Senckenberg Naturmuseum

Die früheste Begegnung mit Frankfurt als Auswärtiger hat man womöglich durch einen Besuch im Frankfurter Zoo oder im Klassenverband als Wandertagausflug ins Senckenberg Naturmuseum. Wer einmal dort war, wird es nie wieder vergessen, so tief graben sich die Zähne der Dinos ins kindliche Gedächtnis. Absolut faszinierend!

Bereits das Gebäude des Senckenberg Naturmuseums zwischen Bockenheim und Westend flößt einem Respekt für die Vergangenheit ein. Das Senckenberg Naturmuseum gehört gefühlt zu Bockenheim, amtlich zum Westend. Von 1904-07 wurde es für die Senckenbergische naturforschende Gesellschaft in der Tradition eines barocken Schlossbaues errichtet. Offene Arkaden finden sich in den Verbindungen zu den Flügelbauten zum Physikalischen Verein und der Senckenbergischen Bibliothek. Ganz in der Nähe entstand zur gleichen Zeit der Uni-Campus Bockenheim der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt.

Als Sinnbild für das Vergehen von Zeit und den Tod wacht Chronos als Figur über dem Haupteingang des Senckenberg Naturmuseums. Die zwei Knaben, einer mit Fisch, der andere mit einem Vogel, stehen Pate für die Natur in der Luft und unter Wasser. Weitere Figuren aus der griechischen und römischen Mythologie befinden sich neben den Giebelfenstern. Europa, die Geliebte des Göttervaters Zeus, Triton der Gott des Meeres auf einem Flusspferd in Gestalt eines Zentaur, halb Mensch halb Tier, Kalliope, die Muse der Dichtung.

Das Senckenberg Naturmuseum ist eines der größten Naturkundemuseen in Deutschland und bietet auf 6.000qm vier Milliarden Jahre Erdgeschichte. Es zeigt auf beeindruckende Weise die Entwicklung und Vielfalt des Lebens. Dazu ist es attraktiv gestaltet, bindet große wie kleine Besucher ein und verknüpft Erlebnis mit Bildung und Wissenschaft. Über 5.000 Exponate werden in spannenden und informativen Ausstellungen gezeigt.

Im Erdgeschoss finden sich die Dinosaurier, Meeressaurier, Ägyptische Mumien, Gesteine, Fossilien, Wale, Elefanten und die vielbeachtete Anakonda, die ein Wasserschwein verschlingt. Das 9m lange Tier reißt den Hafen dermaßen weit auf, um das größte Nagetier Südeuropas zu verputzen, dass die eigenen Augen bei der Betrachtung groß werden. Wer sich von diesem Anblick losreißen kann, staunt in der Folge nicht schlecht über den Urvogel Achaeopteryx.

Im ersten Obergeschoss zeigt das Senckenberg Naturmuseum die Geschichte um die Evolution des Menschen Lucy, um Säugetiere und Verwandtschaft wie den Gorillas, Riesen und Zwerge, Pflanzen, Amphibien und Reptilien wie der größten Echse, dem Komodowaran, sowie Vögel.

Kleiner aber nicht weniger spektakulär geht es im zweiten Obergeschoss in die Welt der Krebse und Spinnen. Wenn einen die Wolfsspinne, pelzig aber nix zum Kuscheln, beißt, ist das zwar nicht lebensbedrohlich für den Menschen, doch schürt es die weit verbreitete Angst vor den achtbeinigen Krabbeltieren.

In der zehn Meter hohen Wolfgang-Steubing-Halle hinter dem Hauptgebäude ist auf zwei Etagen Platz für Sonderausstellungen, die sich mit aktuellen Themen des Senckenberg Forschungsinstituts beschäftigen.