Niddertal

Die Wanderregion Niddertal in der Wetterau zeichnet sich dadurch aus, dass die Nidder nahezu gänzlich in ihrem ursprünglichen Flussbett verblieben ist und sich frei herumlümmeln kann. Wenn’s regnet, tritt sie einfach über die Ufer, so wie immer schon. Das mögen Tiere und Pflanzen gleichermaßen, weshalb sich zahlreiche Naturschutzgebiete im Niddertal finden, darunter auch das größte der Wetterau, das aus den Namen Im Rußland und in der Kuhweide bei Lindheim hört.

Nidder ist eine sprachliche Ableitung von Nidda. Die Nidder hat ihre Quelle im Vogelsberg, nahe der Herchenhainer Höhe (733m). Nach 69km mündet die Nidder in Bad Vilbel in die Nidda. Zwischendurch passiert sie u.a. die Städte und Gemeinden Hirzenhain, Ortenberg, Glauburg, Altenstadt und Nidderau.

Wie so oft in der Wetterau gibt’s aber nicht nur Natur, sondern auch Kultur satt – schließlich befinden wir uns in einer seit alters her von Menschen genutzten Kulturlandschaft. So residierten im Niddertal lange vor unserer Zeitrechnung die Kelten. Ein keltischer Fürstensitz befand sich auf dem Glauberg (276m) und nach spektakulären Ausgrabungen zeigt das nicht minder spektakuläre Museum Keltenwelt am Glauberg, wie’s einst herging.

Weitere interessante Museen finden sich z.B. in Hirzenhain, wo einst Familie Buderus begann, „in Eisen zu machen“. Hier zeigt das Eisenkunstguss-Museum, welche Kleinode man aus Eisen gießen kann. Das Musikinstrumentmuseum in Lißberg beherbergt die weltgrößte Sammlung an Drehleiern und Dudelsäcken. Und das Museum im Hospital informiert über die Jahrhunderte, als jüdische Bürger das Leben an der Nidder entscheidend mitgeprägt haben.

Wer den Gang ins Museum scheut und lieber den Blick von außen auf schöne Gemäuer richtet, kann sich aus einer großen Sammlung an historischen Gebäuden das Passende raussuchen: die auch Krautfass genannte Burg Lißberg, das klassizistische Schloss Ortenberg, Hofgut Leustadt, Schloss Günderrode, Schloss Naumburg, die Oberburg in Heldenbergen oder das Lindheimer Schlösschen, in dem Leopold von Sacher-Masoch seine letzten Jahre verbrachte. Sacher-Masoch? Ja, genau der. Auf ihn geht der Fachbegriff Masochismus zurück.

Kirchen und Klöster bieten meist beides: Man kann reingehen und sich informieren und sich von der Architektur inspirieren lassen. Das geht im Niddertal z.B. gut in der evangelische Kirche in Hirzenhain (15. Jahrhundert), der Marienkirche Ortenberg mit dem überregional bekannten Ortenberger Altar, der Stiftskirche in Windecken, der Art Decó Kirche in Stockheim, dem ehemaligen Kloster in Konradsdorf oder dem spätbarocken Kloster Engelthal.