Marienkirche Ortenberg

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Am Schlossplatz in Ortenberg in der Wetterau liegt die überregional bedeutende Marienkirche. Sie ist dreischiffig und wurde zwischen 1385 und 1450 als Hallenkirche errichtet. Bereits beim Eintreten durch das verzierte Tor erahnt man, dass es sich um was Besonderes handelt. Aus dem 14. Jahrhundert sind noch etliche original Bauelemente erhalten, wie der Turmdachstuhl oder der kreuzrippengewölbte Chor. Aus der gleichen Zeit stammt das Chorgestühl, das eines der ältesten in Hessen ist und auf die Jahre 1383-85 datiert wurde.

Alle Blicke in der Kirche werden auf den Altar gelenkt. Obwohl das Original des Ortenberger Altars im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt zu sehen ist, erfreut sich der Besucher an einer Replik. Der dreiflügelige Altar ist ein kunsthistorisch wichtiges Zeugnis eines Malers der Spätgotik des ersten Drittels des 15. Jahrhunderts. Der Maler ist namenlos und erhielt die Bezeichnung: Meister des Ortenberger Altars.

Im Zentrum des dreiteiligen Altarbildes steht die sogenannte Heilige Sippe mit Maria, Jesus, der Oma Anna, um sie herum Verwandtschaft, meistens heilige Jungfrauen und der kleine Johannes, der spätere Täufer, dazu Engelein. Außer zwei abgebildeten graugelockten Herren ist das Bild überwiegend weiblich bevölkert. Insgesamt erstrahlt es „goldig“. Bei der Ausgestaltung der Heiligenscheine und Kronen wurde Blattgold aufgetragen, darunter ist eine leimgebundenen Grundierung aus Tonerde auf einer Tannenholztafel. Links zeigt das Altarbild Christi Geburt und rechts eine Königsanbetung. Die Entstehungszeit wird auf das Jahr 1420 datiert. Um den weiteren historischen Kontext finden Spekulationen statt.

Die florale Ausgestaltung des Deckengewölbes der Ortenberger Marienkirche zeigt Marias Kräutergarten. Eine ökumenische Arbeitsgruppe hat nahe der Kirche auch einen solchen im Orginal angelegt. Hier ist sicher gegen oder für alles ein himmlisches Kraut gewachsen.