Frankfurt-Gutleutviertel

Restaurant-Gästehaus WilhelmshöheRestaurant-Gästehaus Wilhelmshöhe

Das Gutleutviertel verdankt seinen Namen dem Gutleuthof, einem im 13. Jahrhundert errichteten Lepra-Spital sowie dem damals größten landwirtschaftlichem Wehrhof vor Frankfurts Toren. Das Gutleutviertel liegt mit dem Frankfurter Westhafen direkt am Main. Im Norden verlaufen die Gleise des Hauptbahnhofs mit dem Gallus. Im Osten schließt sich das Bahnhofsviertel an. Nichts ist so beständig wie der Wandel in Frankfurt am Main und so verändert sich das Gesicht des Gutleutviertels ständig.

Wohnen und Arbeiten am Fluss ist das Motto, unter welchem der Umbau des Westhafens voran getrieben wird. Hier entstehen Bürogebäude und Wohnhäuser, teils mit Bootsanlegestelle vor der Tür und teilweise stehen sie auf Pfählen im Wasser. Der Westhafen, als ehemaliger Binnenhafen, besteht aus einem 560m langen und 75m breiten Hafenbecken, welches durch eine Mole vom Main getrennt liegt.

Westlich des Hafens befindet sich das Heizkraftwerk West und das denkmalgeschützte Druckwasserwerk. Es ist das letzte historische Gebäude der alten Hafenanlage und ist Teil der Industriekultur Rhein-Main Route. Seit den Umbauten entwickelt sich der Westhafen zu einem kleinen Venedig, mit avantgardistischen Bauten und maritimen Flair sowie gehobener Gastronomie.

Neues Wahrzeichen des Viertels ist der Westhafen Tower, der von 2001-04 über 30 Geschosse in den Himmel gedreht wurde. Das verglaste 112m hohe runde Bürohaus wird aufgrund seiner rautenförmigen Fassade als das Gerippte bezeichnet, Frankfurts größtes Ebbelweiglas.

Östlich führt die Friedensbrücke aus dem Jahr 1849 über den Main ins Gutleutviertel. In der Gutleutstraße 112-116 überrascht ein weiteres historisches Gebäude den Stadtspaziergänger. Der Kopfbau der Infanteriekaserne für das Infanterie-Regiment Landgraf Friedrich I. von Hessen-Cassel stammt aus dem Jahr 1877-79. Er war Teil eines ursprünglich 42.600qm großen Komplexes, dessen zwei Türme den Baukörper rhythmisieren. Nach Abriss- und Renovierung des Klinkerbaus wird dieser, ergänzt durch neue Gebäude, als Behördenzentrum genutzt.

Zu erkennen sind die neuen Bauten, in denen die fünf Finanzämter der Stadt, die Straßen- und Verkehrsbehörde, das Arbeitsgericht sowie das Landesarbeitsgericht untergebracht sind, an den bunten Hütchen auf den Dächern, die dem Besucher die Orientierung erleichtern sollen – ein Schelm, wer jetzt an Hütchenspieler denkt.

Direkt am Main liegt der Sommerhoffpark mit altem Baumbestand. Der einzige Zugang zum öffentlichen Park ist über die Gutleutstraße zwischen dem Johann-Kirschner-Seniorenheim und einem Schulkomplex. Entstanden ist der Park im englischen Stil auf Initiative des Weinhändlers und Bankiers Johann Noe Gogel, dem es 1803 nach einem Sommersitz gelüstete. Damals ließ er sich auch ein Herrenhaus und Nebengebäude bauen, von denen heute allerdings, außer Teile einer Umfassungsmauer und schmiedeeiserne Geländer, nichts mehr übrig ist.