Frankfurt-Nied

Im Mündungsdreieck von Main und Nidda liegt das bereits seit der Römerzeit bekannte Nied, ein grüner Stadtteil von Frankfurt am Main, was nicht zuletzt dem 60ha großen Niedwald geschuldet ist. Im Westen von Nied liegt an der Einmündung der Nidda in den Main die Wörthspitze, auf die man von Höchst aus blicken kann. Sie ist Ausgangspunkt des Frankfurter Grüngürtels.

Zwei bedeutende Brücken kann Frankfurt-Nied sein Eigen nennen. Über die Brücke in Alt-Nied ist sogar einst Napoleon geritten. Eine der ältesten (1838) noch befahrenen Eisenbahnbrücken in Deutschland ist die Eisenbahnbrücke Nied über die Nidda. Sie misst 50m und trotzt mit ihren sechs weiten Bögen aus Sandstein jeglichen Hochwassern.

Erstmalig urkundlich erwähnt wurde Nied 1218. Zu Frankfurt eingemeindet wurde der einstige Fischer- und Bauernort 1928. Zu Beginn der Hochzeit der Dampflokomotiven wurde aus Nied ein Dorf mit Eisenbahnersiedlung. 1918 eröffneten die preußischen Staatseisenbahnen das Königlich-Preußische Dampflokomotiv-Ausbesserungswerk. Für die Arbeiter brauchte es Wohnraum und der entstand im Stile der Gartenstadt im Norden Nieds. Diese Siedlung, ein Idyll aus von Familien bewohnten Häusern mit Schlagläden und Gärten, gilt als eine der schönsten Beispiele aus dieser Zeit. Man betritt die kleine eigene Welt durch eine Art Torhaus. Die Reihenhaus-Siedlung wurde hufeisenförmig angelegt und bezaubert durch den sich erhaltenen Flair von vor fast hundert Jahren. Im Brunnenpfad ist zudem ein Faulbrunnen zu finden.

Die Siedlung grenzt an den Niedwald, der von der Oeserstraße in einen nördlichen und südlichen Teil gegliedert ist. Der Niedwald (rund 60h) ist eine Hartholzaue und seit dem 13. Jahrhundert belegt. Nördlich grenzt er an die Nidda an die Altarme Waldspitze und Grillscher Arm, einer der größten Altarme der Nidda. Der Niedwald, im Gebiet des Frankfurter Grüngürtels, ist beliebter Naherholungsort und Lebensraum für Erdkröten, Biberratten, Graureiher, Libellen und für Teichrosen, Bärlauch und Hartgehölze. Rund 250 Jahre alte Eichen werfen ihre Schatten, neben Hainbuchen, Wildkirschen, Eschen, Ahorn und vielen anderen Gewächsen.

Am Rande des Niedwalds sprudelt es aus dem Boden. Der Selzerbrunnen mit seinem schwefeligen Wasser lädt nicht gerade zum Trinkgenuss ein, aber zu kleinen Experimenten, wenn man ein Zündholz zur Hand hat. Aus einer 38m tiefen Schicht tertiärer Kalke drängt es zu Tage. Wer das Wasser doch probiert, wird einen metallischen Geschmack wahrnehmen, denn es ist hart, eisenhaltig und chloridreich.

Das alte Rathaus in Nied wurde 1840 erbaut und erhielt 2008 eine gründliche Renovierung, so dass es wieder im ursprünglichen Glanz erstrahlt. Es dient als Polizeistation. In Nied gibt es natürlich auch einen Heimat- und Geschichtsverein, der ein kleines Heimatmuseum in der Beunestraße 9A eingerichtet hat. Hier erfährt man mehr über die römische Zeit und die Zentralziegelei, es sind zwei nachgebaute Straßenzüge im Modell aus der Zeit 1895 und 1985 zu betrachten und natürlich historische Begebenheiten dargestellt.