Petterweil (Karben)

Petterweil liegt ganz im Westen des Stadtgebiets von Karben in der Wetterau. Optisch kommt Petterweil eher ruhig und unspektakulär daher. Ein geübter Blick nach den Schönheiten ist gefragt, wenn man Petterweil geschichtlich anhand älterer Gebäude erkunden will. Es gibt einige Schätzchen, sie protzen aber nicht. Wie zum Beispiel das ehemalige Schloss Petterweil.

Schloss Petterweil ist eine dreiseitig abgeschlossene Hofanlage im Norden von Petterweil. Vermutlich wurde Burg oder Schloss Petterweil von den Falkensteinern 1490 gebaut. Das heutige Erscheinungsbild des Haupthauses geht auf das 19. Jahrhundert zurück.

Auch der vierseitig umbaute Solmssche Hof zeigt sich im bescheidenen Fachwerk auf Steinsockel mit Krüppelwalmdach. Die Eigentümer aus dem Hause Solms hatten in Petterweil bis 1816 einige Rechte auszuüben und gaben dem Hof ihren Namen. Der Solmssche Hof mit rückwärtiger Scheune prägt den Ortskern ebenso wie die Martinskirche.

Hier lohnt der zweite Blick: Von außen recht schmucklos ist die evangelische Martinskirche. Erbaut wurde sie 1653 an Stelle einer Kapelle aus der Entstehungszeit von Petterweil. Ein Rundbogenportal aus der romanischen Zeit (um 1200) und ein Taufstein aus der gleichen Zeit erinnern an die Baustufen des Ortes christlichen Glaubens. Die schlichte Schönheit im Innern der Kirche zeigt sich unter anderem an der fein ausgemaltem Fensterlaibung zwischen Kanzel und Orgel.

Im Norden von Petterweil erinnert das Robert Blum Denkmal an den großen liberalen Politiker. Petterweil, dessen Gründung um das Jahr 800 angenommen wird, war im 19. Jahrhundert ein Ort der Freiheitsbewegung. Robert Blum wurde von Pfarrer und Freiheitskämpfer des Vormärz, Heinrich Christian Flick, im Jahre 1848 nach Petterweil eingeladen. In diesem Jahr hielt Blum am 9. Juli dort seine letzte Rede, auch genannt Wiesenrede, vor seiner Hinrichtung in Wien. Der 1,5m hohe Steinobelisk im Angedenken steht nördlich von Petterweil in Richtung Rodheim vor der Höhe.