Markuskirche (Butzbach)

Nahe des historischen Marktplatzes in Butzbach steht die beeindruckende evangelische Markuskirche. Beeindruckend und einmalig ist dieses Baudenkmal aufgrund dessen, dass sie sich über Jahrhunderte entwickelte, aus einer frühgotischen Basilika im beginnenden 14. Jahrhundert, die 1321 zur Stadtkirche umgebaut wurde und das meiste ihres heutigen Aussehens der Spätgotik verdankt. Der hohe gotische Turm litt 1601 Schaden unter einem Sturm und sein Helm zeigt sich heute barock.

Auf die „Brüder vom gemeinsamen Leben“, die klosterähnlich lebten, geht die Gründung der Lateinschule und des Kugelhausfonds 1470 zurück. Kugelherren wurden diese Brüder genannt, da ihre Kapuzen kugelförmig waren. Gabriel Biel (1410-1495), berühmter Propst der Kugelherren und späterer Gründer und Professor der Universität Tübingen, war ein bekannter Theologe vor der Reformation, die sich in Butzbach um 1536 durchgesetzt hat.

Um 1529 wurde die Markuskirche zu einer dreischiffigen Hallenkirche gestaltet. Ihre drei Schiffe und Chöre sind in Länge und Breite gleich und erhielten eine Gewölbedecke. Die Vorgängerkirchen hatten flache Decken in den schmaleren Seitenschiffen. Die Ausstattung der Kirche ist ebenso einmalig. Das Taufbecken stammt aus dem 14. Jahrhundert, wobei sein Vorgänger im alten Rathaus zu besichtigen ist.

Auffällig ist auch, dass die Markuskirche zwei funktionstüchtige Orgeln aus zwei Epochen hat. Die Förster und Nicolaus-Orgel ist aus dem Jahr 1904. Die Metzler-Orgel hinter dem Prospekt wurde von Landgraf Philipp III. von Hessen-Butzbach 1614 gestiftet. Auf ihn geht auch die Erbauung der Kanzel 1617 zurück. Fünf Jahre später entstand die Fürstengruft. Das Epitaph wird baldachinartig überspannt. Szenen der Auferstehung werden dargestellt und reichhaltige Stuckaturen faszinieren. In der Gruft ruhen der Landgraf selbst, seine beiden Frauen und Prinz Heinrich.

Doch auch um die Markuskirche gibt es viel zu sehen, denn einige der Gebäude ringsrum stammen aus dem Spätmittelalter. Dazu zählt auch die 1433 erbaute Michaelis- und Katharinenkapelle, die man vom Kirchhof aus sieht. Das ehemalige Beinhaus war im Erdgeschoss des Steinbaus untergebracht. In Beinhäusern wurden die Knochen der Toten aufbewahrt und waren die Beinhäuser christlichen Glaubens, wurden sie oft dem Erzengel Michael geweiht.