Rothaarsteig


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 151 km
Gehzeit o. Pause: 36 Std. 52 Min.
Höhenmeter ca. ↑3301m  ↓3450m
Rothaarsteig Wegzeichen Markierung

Am 6. Mai 2001 wurde der Rothaarsteig eröffnet. Damit begann ein neues Kapitel im Wandertourismus, denn erstmals wurde eine Wanderstrecke nicht ausschließlich als Weg durch die Natur konzipiert, sondern als Gesamterlebnis, das sich an den Bedürfnissen von Wanderern orientiert.

Der Rothaarsteig als Vorreiter in Sachen „Neues Wandern“ nennt sich deshalb auch der Weg der Sinne. Was das bedeutet, stellt der Wanderatlas Deutschland auf der klassischen Routenführung von Brilon über den Rothaarkamm durchs Hochsauerland und Siegerland-Wittgenstein bis nach Dillenburg an den Fuß des Westerwalds in acht Etappen vor.

Das Rothaargebirge ist der nordöstliche Teil des Rheinischen Schiefergebirges und gleichzeitig der schneereichste Teil dieser Landschaft, weshalb das Hochsauerland neben den Alpen Deutschlands größtes Wintersportgebiet ist. Das ist auch einer Besonderheit geschuldet: Im Hochsauerland gibt es nämlich im Winter mehr Niederschlag als im Sommer, was deutschlandweit nicht nur sehr selten ist, sondern auch dafür sorgt, dass am Rothaarkamm von März bis November hervorragende Wanderbedingungen herrschen.

Deshalb gilt das Rothaargebirge auch schon seit Langem als beliebtes Ziel für Wanderer. Zahlreiche Wege kreuzen den Kamm des Rothaars, so unter anderem auch der Rothaarweg (X2) des Sauerländischen Gebirgsvereins SGV, der von Brilon nach Siegen führt und über gut 100km als Trasse für den Europäischen Fernwanderweg E 1 dient.

Aber der Rothaarsteig ist anders. Das Stichwort heißt Landschaftspsychologie und sollte einen nicht erschrecken: Es geht dabei um das Herausarbeiten landschaftlicher Schönheiten durch besondere Erlebnisse. Dazu zählen natürlich Aussichtspunkte, immer wieder aber auch Lehrpfade und Informationszentren bis hin zu Kunstobjekten in der Natur und Abenteuererlebnissen. Und bei all diesen Erlebnissen kommt natürlich auch das Sinnliche nicht zu kurz, z.B. in Form von Rastplätzen, die mit Hängematten oder überdimensionierten Ruhebänken – den Rothaarsteig-Möbeln – ausgestattet sind.

Das Konzept des neuen Wanderns scheint aufzugehen: In den ersten zehn Jahren seines Bestehens sind 15 Mio. Wanderer über den Rothaarsteig marschiert. Über tausend neue Arbeitsplätze sind durch den Rothaarsteig entstanden. Sie sind Garant für eine hochwertige gastronomische Infrastruktur entlang des Rothaarsteigs, der deshalb auch von vielen Wanderurlaubern besucht wird.

Der Rothaarsteig führt in Nord-Süd-Richtung über den Kamm des Rothaargebirges. Startpunkt ist Brilon am Nordostrand des Sauerlands. Über den höchsten Berg Nordrhein-Westfalens – den Langenberg (843m) – führt der Rothaarsteig an der Quelle der Ruhr vorbei nach Winterberg zum Kahlen Asten (842m). Hier im Quellgebiet der Lenne, dem zweiten großen Fluss im Sauerland, knickt der Rothaarsteig nach Westen ab und verläuft südlich von Schmallenberg zum Rhein-Weser-Turm.

Vom Rhein-Weser-Turm geht es jetzt wieder südwärts durch die Rothaarvorhöhen in den Hilchenbacher Winkel und weiter in das Quellgebiet von Lahn, Sieg und Eder oberhalb von Netphen. Über die Haincher Höhe steuert der Rothaarsteig schließlich sein Ziel an, die Oranierstadt Dillenburg mit dem imposanten Wilhelmsturm, der zu Ehren des noch heute in der niederländischen Nationalhymne Det Wilhelmus besungenen Wilhelm von Oranien errichtet wurde.

In Zusammenarbeit mit dem Rothaarsteigverein und durch Unterstützung der Wegeexperten des Sauerländischen Gebirgsvereins SGV bieten wir auf dieser Seite den gesamten Wegeverlauf des Rothaarsteigs kostenfrei als GPS-Track für Navigationsgeräte (*.gpx) oder Karten-Anwendungen wie GoogleMaps und GoogleEarth (*.kml). Die acht Tagesetappen auf dem Rothaarsteig werden jeweils auf eigenen Seiten im Detail beschrieben. Auf diesen Seiten lassen sich dann auch die einzelnen Etappen als GPS-Tracks für mobile GPS-Empfänger speichern.


Rothaarsteig Etappe 1 von Brilon nach Bruchhausen (17km)

Wanderatlas-Empfehlung: Natürlich sollte man etwas Zeit für Brilon mitbringen – das malerische Rathaus aus dem 13. Jahrhundert und die frühgotische Propsteikirche sind sehenswert. Auf dem Rothaarsteig passiert man am Poppenberg (605m) die Quelle der Möhne, bevor man dann durch den Briloner Wald die Bruchhauser Steine bei Olsberg erreicht. Es ist eines der 77 nationalen Geotope und neben dem Felsenmeer in Hemer das einzige im Sauerland. Allerdings: Nur aus der Ferne kostenfrei, ansonsten ist Eintritt fällig.


Rothaarsteig Etappe 2 von Bruchhausen nach Winterberg (25km)

Wanderatlas-Empfehlung: Am Hömberg (730m) vorbei geht es auf dem Rothaarkamm zum Langenberg (843m), dem höchsten Berg Nordrhein-Westfalens und mit Ausnahme des Großen Feldbergs (881m) im Taunus auch dem Dach des Rheinischen Schiefergebirges. Am Rand des Willinger Uplands entlang geht es zur Quelle der Ruhr, dem 219km langen Fluss, der ein ganzes Jahrhundert Industriegeschichte in Deutschland prägte.


Rothaarsteig Etappe 3 von Winterberg nach Kühhude (18km)

Wanderatlas-Empfehlung: Von Winterberg führt der Rothaarsteig zunächst an den Herrloh (733m) mit der bekannten St. Georg Schanze. Dann wird der Kahle Asten (842m) erreicht, der wohl bekannteste Berg im Sauerland. Vom Astenturm genießt man aus 862m ü. NN bei klarem Wetter eine Sicht, die bis in den Harz reicht.


Rothaarsteig Etappe 4 von Kühhude zum Rhein-Weser-Turm (20km)

Wanderatlas-Empfehlung: Bei Kühhude wartet mit einer 40m langen Hängebrücke ein beliebtes Rothaarsteig-Abenteuer auf die Wanderer. Dann führt der Rothaarsteig an der Nordflanke des Artenschutzprojekts Wisent-Wildnis-Wittgenstein vorbei: Die europäischen Bisons werden hier auf einer Fläche von über 4.300ha ausgewildert. Über die Rothaarvorhöhen geht es am Härdler (756m) vorbei zum Rhein-Weser-Turm auf dem Westerberg (685m).


Rothaarsteig Etappe 5 vom Rhein-Weser-Turm nach Lützel (19km)

Wanderatlas-Empfehlung: Am Panoramapark Wildpark Sauerland vorbei führt der Rothaarsteig in südliche Richtung über den Riemen (678m) ins Siegerland. Kurz vor Ende dieser Rothaarsteig-Etappe wird die Ginsburg erreicht. Hier startete Wilhelm von Oranien 1568 seinen Feldzug zur Befreiung der Niederlande. Durchs Naturschutzgebiet am Giller (653m) mit kleinem Aussichtsturm geht’s zum Zielpunkt Lützel.


Rothaarsteig Etappe 6 von Lützel zum Lahnhof (15km)

Wanderatlas-Empfehlung: Der Rothaarsteig passiert auf diesem Abschnitt die Quellen dreier wichtiger Flüsse: Zuerst die Quelle der Eder (176km langer Zufluss der Fulda), dann die Quelle der Sieg (155km langer Zufluss des Rheins) und am Lahnhof schließlich die Quelle der Lahn (246km langer Zufluss des Rheins).


Rothaarsteig Etappe 7 vom Lahnhof zur Kalteiche (18km)

Wanderatlas-Empfehlung: An der als heilig verehrten Ilsequelle vorbei, wo der Kobold „Kleiner Rothaar“ sein Unwesen treibt, erreicht der Rothaarsteig die Haincher Höhe, einen Gebirgszug, der Hessen und Nordrhein-Westfalen trennt und sich in die Tiefenrother Höhe (551m) und die Kalteiche (579m) fortsetzt. Auf der Tiefenrother Höhe bietet der Aussichtspunkt Nase im Wind einen guten Blick auf das Südsiegerländer Bergland und in den Westerwald.


Rothaarsteig Etappe 8 von der Kalteiche nach Dillenburg (20km)

Wanderatlas-Empfehlung: Die Schlussetappe auf dem Rothaarsteig führt an den nördlichen Rand des hessischen Westerwalds. Der Zielpunkt Dillenburg bietet mit seiner malerischen Altstadt, dem Hessischen Landgestüt in der klassizistischen Wilhelmstraße, dem Wilhelmsturm am Schlossberg mit dem Oranien-Nassauischen Museum und den Kasematten mit dem Rubensgefängnis ein gelungenes kulturelles Highlight am Fuße des Rothaarkamms.


Neben der klassischen Routenführung bietet der Rothaarsteig auch zahlreiche Varianten, Rundtouren und Themenwege, von denen wir abschließend noch eine Auswahl auflisten.

Alternativ-Routen am Rothaarsteig

Rothaarsteig-Spuren: Rundwanderwege am Rothaarsteig

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