Giller

Die meisten Ortsteile Hilchenbachs sind wenig bekannt. Anders ist das mit dem kleinen Örtchen Lützel. Kaum 600 Einwohner groß ist der Hilchenbacher Stadtteil, der seinen dörflichen Charakter erhalten hat. Und doch zieht er einmal im Jahr Zehntausende Besucher an. Und zwar zu Pfingsten, wenn auf dem Giller (653m) das Zeltfestival KulturPur stattfindet.

KulturPur ist in den vergangenen zwanzig Jahren zu einem der größten Musik- und Theaterfestivals in Nordrhein-Westfalen geworden. Für eine knappe Woche wird eine große Zeltstadt errichtet, in der sich internationale Größen und Newcomer aus Musik und Theater, Akrobatik und Kunst dem Publikum präsentieren.

Der breiten Öffentlichkeit etwas weniger bekannt, dafür aber mit um so längerer Tradition ist das Gillerbergturnfest. Jedes Jahr im Juli findet hier seit 1907 mit über 2.000 Teilnehmern das größte Bergsportfest Deutschlands statt.

Aber auch Wintersportfans kennen Lützel. Zwei Skilifte mit Flutlicht laden zur Abfahrt ein, eine Rodelbahn zum Schlittenfahren, und mehrere Langlaufloipen bieten abwechslungsreiche Wintersportmöglichkeiten. Und wer erst noch lernen muss, auf den Brettern zu stehen, ist in der Ski- und Snowboardschule gut aufgehoben. Der Wintersport hat hier eine lange Tradition: Die erste Ski-Schanze des Siegerlands wurde 1912 hier gebaut.

Im Rest des Jahres geht es auf dem Giller ruhiger zu. Dann wandern Naturfreunde durch das Naturschutzgebiet Ginsberger Heide. Es ist ein Zwischenmoor, wie es in den Hochtälern des Rothaargebirges früher häufig anzutreffen war. Seit dem Mittelalter wurde das Gebiet als Viehweide genutzt - das verhinderte die Wiederbewaldung.

Gute Aussichten verspricht der Gillerturm. Der historische Aussichtsturm aus Eisen, der schon im Jahre 1893 eingeweiht und 1992 restauriert wurde, verschafft mit seinen 18m Höhe auch heute noch einen grandiosen Ausblick über Siegerland-Wittgenstein. In nordöstlicher Richtung schweift der Blick über die nahe Ginsburg, die Breitenbachtalsperre und den Kreuztaler Kindelsberg. Wendet man sich nach Osten in Richtung Wittgensteiner Land, erkennt man Erndtebrück und den Ederkopf und im Südosten sieht man die leicht gewellte, bewaldete Ederhochfläche, das Quellgebiet von Eder, Sieg und Lahn.