Nenkersdorf (Lahn-Quelle)

Im Osten des Johannlands verläuft entlang der Grenze zur Wittgensteiner Kammer der Rothaarkamm. Hier haben gleich drei wichtige Flüsse ihre Quellen: Lahn, Sieg und Eder. Die südlichste der drei Quellen ist die Lahnquelle, die am Lahnkopf (625m) entspringt.

Die Lahn mündet nach 246km bei Lahnstein in den Rhein und ist damit der fünftlängste Zufluss des „Stroms der Deutschen“. Das Quellgebiet der Lahn liegt etwa 500m süd-südwestlich vom Gipfel des Lahnkopfs bzw. rund 400m nordöstlich des Nachbarbergs Stiegelburg (638m). Hier zwischen einer Baumgruppe in unmittelbarer Nähe des Lahnhofs entfließt das Lahnwasser einem zwischen einer Baumgruppe versteckten Quellteich.

Der Lahnhof, ehemals ein fürstliches Hofgut, liegt ein wenig tiefer, auf 607m ü. NN. Der Name Lahnhof wird 1333 erstmals urkundlich erwähnt. Heute ist er ein beliebtes Ausflugsziel. Der Wanderparkplatz ist Ausgangspunkt für eine ganze Reihe attraktiver Rundtouren auf dem Rothaarkamm und in die Seitentäler. Und auch die großen Weitwanderwege machen hier Station: Rothaarsteig, der Europäische Fernwanderweg E1, Talsperrenweg und Lahnwanderweg, um nur wenige zu nennen.

Wandert man vom Lahnhof aus westlich ins Siegtal hinunter, erreicht man den Netphener Ortsteil Nenkersdorf, der ebenfalls um 1300 erstmalig erwähnt wird. 2009 gewann das idyllische Dörfchen an der Sieg die Bronzemedaille im Landeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft. Dafür sorgten sicherlich nicht zuletzt die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser und der fein herausgeputzte Backes. Direkt am Ortseingang beispielsweise befindet sich ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, das in hessischem Kratzputzstil ausgeführt ist.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Nenkersdorf ist allerdings die alte Wassermühle mit dem oberschlächtigen Wasserrad. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist die einzige ihrer Art im ganzen Siegerland. Sie verfügt über drei Mahlwerke, die ebenso wie der Aufzug für die vollen Getreidesäcke über das Wasserrad angetrieben werden. Eines der aus Stein gefertigten Lager des Mühlrades ist schon mehr als 700 Jahre alt und tut bis heute zuverlässig seinen Dienst. Denn die Mühle ist bis heute in Betrieb.