Johannland

Traditionell ist das Siegerland protestantisch geprägt. Katholiken sind in nahezu allen Städten und Gemeinden in der Minderheit. Anders ist das rund um Netphen. Johann der VIII. von Nassau-Siegen wendete sich nämlich Anfang des 17. Jahrhunderts dem Katholizismus zu, obwohl er streng calvinistisch erzogen worden war. Damit drohte ganz Nassau-Siegen ein Bekenntniswechsel. Das konnte Johann Moritz zwar verhindern, doch er musste der katholischen Linie die Herrschaft über das östliche Drittel des Landes zugestehen. Und genau das ist das Gebiet um Netphen, das seither Johannland heißt.

Das Johannland nennt sich in der Eigenwerbung auch das Drei-Quellen-Wanderland am Rothaarsteig. Damit ist landschaftlich schon fast alles gesagt: Drei Quellen, nämlich die von Lahn, Sieg und Eder, entspringen hier am Westhang des Rothaargebirges innerhalb der Gemarkung Netphen. Dieses Quellgebiet ist auch zugleich die Abgrenzung vom Johannland zum Wittgensteiner Land.

Im Norden trennt der Höhenzug südlich des oberen Dreisbachtals das Johannland vom Hilchenbacher Winkel. Im Westen verläuft die Grenze ebenfalls auf einem Höhenzug, der vom Dreisbacher Berg bis zum Siegerberg führt, und im Süden trennen die Höhen von Rabenhain, Höhkopf, Haferhain und Pfarrbergskopf das Gebiet von den Südsiegerländer Rothaarvorhöhen.

Während der kommunalen Neugliederung 1969 wurden 21 kleinere Orte zur Gemeinde Netphen zusammengefasst, die sich hauptsächlich in den Tälern von Sieg, Dreisbach, Netphe und Werthenbach befinden. Im Jahr 2000 wurde Netphen mit 25.000 Einwohnern offiziell zur mittleren kreisangehörigen Stadt erklärt.

Anders als andere Gebiete im Siegerland ist das Johannland nicht von Industrie geprägt, sondern hat in seinen kleinen Ortschaften einen eher dörflichen und ländlichen Charakter bewahrt. Da die Gegend außerdem mit knapp 25.000 Einwohnern auf 137qkm Fläche vergleichsweise sparsam besiedelt ist, stellt sie ein hervorragendes Wanderrevier dar.