Wasserburg Hainchen

Ganz im Südwesten des Johannlandes liegt der Ort Hainchen im Geiersgrundbachtal am Fuß der Haincher Höhe, die sich vom Jagdberg (674m) und der bereits zu Hessen gehörenden Nordhöll (641m) im Norden bis zur Kalteiche (579m) im Süden als Wasserscheide zwischen Lahn und Sieg zieht und gleichzeitig die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen bildet.

Hainchen ist heute ein Stadtteil von Netphen und vor allem für seine Wasserburg bekannt. Sie ist die einzige Höhenwasserburg Westfalens. Ihre erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1290. Damals befand sie sich im Besitz des nassauischen Lehnsmannes Friedrich vom Hain, der im benachbarten Hilchenbacher Winkel das Stift Keppel als Prämonstratenserinnenkloster gegründet hatte.

Zwei Wassergräben schützen die Burganlage, die Mitte des 15. Jahrhunderts um eine Kapelle erweitert wurde. Anfang des 16. Jahrhunderts ließ der Lehensherr Philipp von Bicken zusätzliche Mauern und Bollwerke anfügen. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Burg immer wieder die Besitzer, bis sie schließlich in preußischen Staatsbesitz gelangte. Im 19. Jahrhundert verfiel die Anlage zusehends, und 1864 wurden die letzten Türme abgebrochen.

Heute ist die Burganlage restauriert und teilweise wiederhergestellt. Die Wasserburg Hainchen dient als Begegnungsort für behinderte und pflegebedürftige Menschen und als Veranstaltungsort für Weiterbildungen. Sehenswert ist auch die große Parkanlage mit über 30.000qm Fläche.

Durchquert man von Hainchen aus in nördlicher Richtung das Tal des Geiersgrundbachs, erreicht man am Südosthang des Eichwalds die Naturwaldzelle Netphener Hauberg. Statt der Nadelhölzer, die die Wälder im Johannland ansonsten oft dominieren, ist hier ein ursprünglicher Niederwald aus Eichen und vereinzelten Birken zu finden. Auch über hundert Jahre alte Buchen kann man in dem 1980 ausgewiesenen Schutzgebiet entdecken.

Regionaler Bezug:

Netphen Kreis Siegen-Wittgenstein Nordrhein-Westfalen Johannland Siegerland-Wittgenstein Sauerland