Bad Berleburg

Der Hauptort der Wittgensteiner Kammer ist Bad Berleburg. Die Stadt wird 1258 erstmals als Berneborg in einer Urkunde des Klosters Grafschaft genannt. Die Burg und der Burgberg gehörten zu dieser Zeit dem Grafen Siegfried von Wittgenstein und dem Klostervogt Adolf von Grafschaft gemeinsam. Erst 1322 verzichtete Widekind von Grafschaft auf die Rechte an der Stadt. Durch seine Lage im Edertal war der Ort strategisch bedeutend. Das mag ein Grund dafür sein, dass Bad Berleburg seit 1506 gräfliche Residenz und bis heute der Sitz derer von Sayn-Wittgenstein ist.

Zu den Sehenswürdigkeiten Bad Berleburgs gehört die Altstadt unterhalb von Schloss Berleburg mit ihren teilweise verschieferten Fachwerkhäusern. Es fällt auf, dass in diesen alten Teilen Bad Berleburgs die Bebauung recht homogen wirkt. Dieser Eindruck trügt nicht. Für die Jahre 1488 und 1522 sind große Feuersbrünste in der Stadt belegt. Und 1825 ließ ein weiterer großer Brand nur noch kleine Teile der Stadt übrig. Die Neugestaltung im Stil der Zeit nach diesem Ereignis prägt das Stadtbild bis heute.

Mitte der 1930er Jahre wurde der Ort seines schonenden Klimas wegen zum Luftkurort ernannt. Und in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Stadt rasch zum zweitgrößten Kneippkurort der Bundesrepublik. Seit 1971 darf sich Berleburg offiziell Bad Berleburg nennen.

Wer mehr über die Vergangenheit Berleburgs erfahren möchte, sollte das Stadtmuseum Bad Berleburg besuchen. Zu den Ausstellungsthemen gehört die Stadtbaugeschichte, insbesondere die großen Brände und die damaligen Techniken der Brandbekämpfung werden informativ dargestellt. Zu sehen sind auch Ausstellungsstücke über den Alltag von Kindern in vergangenen Zeiten und den Pietismus in Wittgenstein.

Sehenswertes Schaustück im Stadtmuseum ist die achtbändige Berleburger Bibel, eine Neuübersetzung, die in den Jahren 1726-42 entstand. Die Wittgensteiner Grafen und Fürsten waren weithin bekannt für ihre religiöse Toleranz. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts fanden wegen ihres Glaubens Verfolgte Zuflucht in Wittgenstein. Ein weiteres religiöses Schaustück ist die so genannte Sauer Bibel. Der Auswanderer Christoph Sauer druckte sie auf einer Berleburger Presse in Amerika. Ergänzt wird das Angebot des Stadtmuseums durch wechselnde Kunstausstellungen.

Freunden alter bäuerlicher Geräte sei das Landwirtschaftsmuseum Hof Espe empfohlen. Im Gebäude eines Aussiedlerhofes aus dem Jahr 1957 sind Leben und Arbeit in der Landwirtschaft Wittgensteins zu erleben. Bäuerliche Wohnkultur und Handwerk mit den damals üblichen Geräten und Maschinen sind die Schwerpunkte der Sammlung.

Bad Berleburg ist beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen ins Rothaargebirge. Der Waldskulpturenweg Wittgenstein-Sauerland nimmt hier seinen Anfang, der Rothaarsteig ist nicht weit, der Wittgensteiner Schieferpfad macht in Bad Berleburg Station, und unzählige kleine und große Rundwanderwege starten in der Stadt.

In Bad Berleburg finden einige größere Veranstaltungen statt. Am ersten Wochenende im Juli steigt das beliebte Schützenfest des Schützenvereins Berleburg 1838 mit Zapfenstreich und Mitternachtsfeier. Mit dem Wollmarkt am ersten Sonntag im Mai, dem Holzmarkt am zweiten Sonntag im September und dem Brotmarkt am ersten Sonntag im Oktober gibt es überregional bedeutsame Märkte. Zum dritten Advent lädt Bad Berleburg zur Weihnachts-Zeitreise. Am Schloss zeigt in stimmungsvoller Kulisse ein historischer Weihnachtsmarkt Christtagsbräuche aus Mittelalter, Biedermeier und Barock.

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