Schloss Berleburg

Am Westrand der Oberstadt Bad Berleburgs liegt auf einem Bergsporn zwischen Odeborn und Berlebach das Schloss Berleburg. Es handelt sich dabei um eine Anlage mit drei Flügeln, die im Verlauf der Jahrhunderte nach und nach entstanden sind.

Die Flügel umschließen in rechtwinkliger Anordnung den nach Osten hin offenen Schlosshof. Der mittelalterliche Kernbau ist heute Bestandteil des zweigeschossigen Nordflügels. Dieser wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gebaut und zeigt heute noch die damals errichtete Form. Aus dieser Zeit stammen auch der markante Rote Turm und das zweigeschossige Torhaus von Schloss Berleburg.

Dominant ist der dreistöckige Mittelbau aus der Barockzeit mit seinen 17 Fensterachsen. Er wurde in den Jahren 1732-39 errichtet, als der damalige Graf Casimir Schoss Berleburg großzügig erweitern ließ. 1912 ergänzten die Schlossherren den Bau um die flankierenden Türme, und die Treppenführung wurde geändert. Noch heute beherbergt das Schloss die fürstliche Familie, die einen Teil der Räume bewohnt. Das Barockschloss gilt heute als Baudenkmal von internationalem Rang.

Wer sich an der Architektur sattgesehen hat, dem sei ein erholsamer Spaziergang in der barocken Parkanlage von Schloss Berleburg empfohlen. Der weitläufige Schlosspark mit seiner hübschen Orangerie und den teilweise Jahrhunderte alten Bäumen dient heute auch als Kurpark. Er ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und noch ein Tipp für Kulturfreunde: Im Sommer finden häufig Konzerte und andere musikalische Veranstaltungen im Schlosshof statt.

Einige Räume des Schlosses sind für die Öffentlichkeit zugänglich und können im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Das Schlossmuseum zeigt Teile der fürstlichen Sammlung: Porträts der Familie, Waffen, Jagdgerät, Trophäen, Porzellan und Gläser aus deutschen Manufakturen des 18. Jahrhunderts. Besonders sehenswert ist unter anderem die Stuckdecke im Weißen Saal, die Johann Baptist Wicko aus Mainz von 1735-39 gestaltete.

In Bad Berleburg gibt es neben dem Schloss übrigens noch eine prächtige Fachwerk-Residenz zu sehen, die Ludwigsburg. Sie entstand Anfang des 18. Jahrhunderts als Sitz einer Seitenlinie des Fürstenhauses. Der Wittgensteiner Zimmermeister Mannus Riedesel zeichnet für den Bau verantwortlich. Obwohl der Name darauf hindeutet, ist das Gebäude aber keine Burg, sondern ein großes Wohnhaus.

Zunächst bestand die Residenz aus nur einem Gebäude. Das zweite wurde erst später rechtwinklig hinzugebaut. Um 1900 wurde die gesamte Anlage gründlich renoviert und ging wenige Jahre danach in Privatbesitz über. Bemerkenswert ist vor allem das rot-weiße Fachwerk, das im Wittgensteiner Land und auch im Siegerland eher unüblich ist.